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Das Schicksal der im Jahre 1794 über den Rhein geflüchteten Werthgegenstände des Cölner Domes, insbesondere die Zurückführung der Manuscripten-Bibliothek : aktenmäßige Denkschrift
Entstehung
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Private die Sachen überlassen waren. Nur ein Prager Wertli-selnitzer der Metallpreise findet sich genannt. Es ist deshalbnoch heute unausgemacht, ob insbesondere die der älteren Gene-ration noch lange erinnerlich gewesenen silbernen Madonnen-und Apostel-Statuen das nämliche Schicksal gehabt haben, wie200 Jahre früher die des Domes zu Paderborn,*) oder ob sieund wohl auch noch andere jener herrlichen Zierrathe vielleichtin einem oder anderen der böhmischen Stifter noch erhal-ten sind.

Die drei Deputirten hatten vor der General-Commission inDarmstadt von dem Geschehenen kein Hehl. Die Vorwürfe,denen sie, wie Wurzer selbst bestätigen musste, sofort begeg-neten, dass das Domcapitel den vier Fürsten die Domschätzeverbracht hätte, konnten siezwar mit Fug zurückweisen, in ihrerabsoluten Abhängigkeit aber weniger leicht die Forderung über-winden, dass sich das Domkapitel die gedachten Werthe aufsein Entschädigungsguthaben an die Fürsten müsste anreclmcnlassen. Ob die Zumuthung an die Deputirten, dass sie sichdesshalb dazu hergeben sollten, in Frankfurt die damals nochschwebende Reclamation der 11 Kisten bei Ilirsinger auch ihrer-seits zu unterstützen, soviel Erfolg hatte, als es die obige No-tiz im Kölnischen Beobachter vom 17. April 1803 über Mit-anwesenheit zweier Domherren bei einer Verhandlung in Frank-furt vermuthen lassen könnte, bleibt unaufgeklärt; wir wissenaber bereits, dass Hirsinger und Molinari sich dann nur daserhöhte Verdienst erwarben, den Dom auch gegen den erzwun-genen, Willen seiner eigenen Deputirten zu schützen. Die Ak-ten wissen übrigens nur von einer Anwesenheit des GrafenKönigsegg und des Herrn von Franz in Frankfurt, als sie auf

*) Der Herzog Christian von Brannschweig, erwählter (dem Reforma-tioifScapitel aufgedrungener) Bischof von Halberstadt, einer der wildesten Ge-sellen des 30jährigen Krieges, ergriff diese berühmte Zierde des Liboriusgra-bes unter dem Hohne: „was macht ihr hier, da geschrieben steht, gehet hinin alle Welt! ich werde euch aussenden,“ und Hess sie in Thaler vermtinzenmit der Umschrift: Gottes Freund, der Pfaffen Feind! Wenige Jahre nach-her (1626) starb der Wüstling, von seinem Ifeerhaufen wie von seinen Tha-lern verlassen, am Bandwurme.