I.
Ais nach unentschiedener Schlacht hei Fleurus (26. Juni 1794)der kaiserliche Heerführer Prinz Coburg durch das unfähigeVerhalten des Herzogs von York an der Spitze der englisch-niederländischen Tlülfstruppen gcnöthigt worden war, Belgienabermals preiszugeben und bis an die Maas zurückzugehen, riefer durch eine Froclaniation vom 30. Juli aus seinem Haupt-quartier Fouron-le-Comte „die deutschen Brüder zwischen Maasund Rhein“ zum Landstürme auf.*) Der Kölnische Erzbischof-Kurfürst Max Franz (jüngster Sohn der Kaiserin Maria The-resia) sorgte in einer warmen Ansprache an die gesammte Geist-lichkeit vom 4. August für allgemeinste und rascheste Verbrei-tung des Aufrufs und liess in einem ferneren Erlasse vom23. August sogar die Ermächtigung an alle Kirchen naclifolgen,„alles entbehrliche Gold und Silber für den Vertheidigungskampfzur Verfügung zu stellen.“ Aber tliatenloses Schweigen waraus dem gesummten Rheinlande die Antwort. Für die WorteGoburg’s: „wir haben unser Vertrauen auf deutschen Sinn unddeutsches Blut gesetzt“ war kein Verständniss. Schmerzlichenttäuscht legte er unmuthig sein Commando nieder. D i eFolge indessen hatte sein Nothruf, dass sicli das ganze Land
*) „Geschwächt aber nicht besiegt,“ liiess es darin, „ermüdet vom un-gleichen Kampfe stehe ich als Vormauer der deutschen Freiheit ... an derMaas, der Scheidewand zwischen Verderben und Schonung. Steht auf, Ihrbiederen Bewohner der schönen Gegenden am Rhein und an der Mosel, be-waffnet Euch, streitbare Männer, besetzet Eure Flüsse und Pässe, steht aufund kämpfet für Euren Altai', für Euren Ilcerd, für Euren Kaiser und EureFreiheit! Drei Jahre hat unser Kaiser die lästige Bürde getragen, und ent-fernte Völker haben für Eure Vertheidigung gestritten: Ihr werdet es cin-
schen, dass jetzt auch an Euch die Reihe ist, nach den Waffen zu greifen.“
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