handlung sein würde, wovon aber die vernichtende I'rofanirungnamentlich aller jener Pretiosen die gewisse Folge war. Esblieb keine andere Wahl, als entweder diesem Schicksale dieGegenstände zu überliefern, oder vorher selbst darüber zu ver-fügen, wobei dann die Möglichkeit blieb, nicht hloss den Ueber-gang an andere Kirchen zu vermitteln, sondern auch den Werth-erlös, den die reichen Stifter von Prag darzubieten vermochten,in dem grossen Schilfbruche zu Deckungen zu verwenden, welcheaus der damit bereicherten Kasse der vier Theilungsfürstcnjedenfalls nicht zu erwarten standen. Nachdem man den Ent-schluss sich abgerungen hatte, durch eine Deputation aus eige-ner Mitte in Darmstadt den Gnadenstoss zu holen, und dazuder Domdechant Graf von Königsegg-Aulendorf mit den Dom-herren von Franz und von Mylius ausersehen waren, erhielt derletztgenannte, der augenblicklich in anderer Sendung, namentlichauch zur Regulirung der Erbschaft des (1801) verstorbenenKurfürsten Max Franz mit den betreffenden Erzherzogen, inWien anwesend war, den Auftrag, auf seiner Rückkehr in Pragjene Pretiosen aus den Verschlagen herauszunehmen und ange-messen zu venverthen. Herr von Mylius that dieses jedoch nurmit einem Theile der Gegenstände, die übrigen brachte er mitzurück. Diese letzteren waren :
a. vom Dreikönigsschrein: drei goldene Kronen mit feinenPerlen und Steinen besetzt,
eine Aigrette von kleinen Brillanten und zwei andere mitRosetten, den Kronen angeheftet, ein in Gold gefasstergrosser orientalischer Topas,
ein goldenes Medaillon mit emaillirtem Kreuz, ein grossermit Diamanten besetzter Stern,
b. die vom Erzbischof Clemens August dem Dome geschenktegoldene Monstranz mit Diamanten besetzt. 5 Pfund Gold,
c. eine zu dieser Monstranz gehörige Luna von Gold miH'ei-nen Steinen verziert
Das ebenfalls noch vorliegende Verzeichniss der zurück-gelassenen Pretiosen beweist, dass er dafür nur den Metall-werth und zwar zu dem Gesammtbetrage von 12,1 GO Gulden48 Kreuzer erlöst hatte, nicht aber an wen, ob an Kirchen oder