Druckschrift 
Die Grafen von Fries : eine genealogische Studie ; allen Nachkommen des alten Berner Rittergeschlechtes Fries von Friesenberg
Entstehung
Seite
49
Einzelbild herunterladen
 

- 49

Bürger sich hervorwagten, verschiedene derjenigen, welche es thaten,wurden verwundet oder niedergemacht.

Gleich beim Anfang des Lärms hatten sich die drep Bürger-meister auf dem Stephansplatz eingesunden, und da sie merkten,daß den Bebellen der Uebersall gelungen sep, so mußten sie auf ihreeigene Bettung denken und begaben sich auseinander. Bürger-meister Ziegler flüchtete sich durch das veutschordens-haus aus derStadt, konnte aber wegen hohen Alters den äußeren Graben nichtdurchwaten, sondern blieb unter dem Schilfrohr verborgen. Dieübrigen Magistratspersonen wurden durch die Bebellen gesangengenommen und in ein großes Zimmer in dem Hause von ValentinFrieß auf dem Stephansplatz eingesperrt. . . . Bis sie sich nungänzlich Meister glaubten, und die Gewalt zu behaupten hofften,sandten sie alsobald noch in der Nacht ein Schreiben an SchultheißPfeifer nach Luzern, womit sie ihm diese glückliche Eroberunganzeigten, nebst Ersuchen mit Hilfsvölkern unverzüglich herab-zukommen . . .

Bis nun der Tag angebrochen war, kamen die erschrecktenBürger Herfür, traten hie und da in den Straßen zusammen, underkundigten sich, was doch eigentlich die vergangene Nacht vor-gefallen sep. Bald entdeckte sich dann die Gesangennehmung derObrigkeit- jeder war erstaunt und dachte aus Mittel zur Besrep-ung . . . Biso griffen die wohldenkenden Bürger schnell zu denMassen, setzten ihre Sturmhauben auf, und mahneten andere nach.Bus dem Platze stunden die fremden Soldaten, zur Bewachung dereingesperrten Magistratspersonen- diese wurden straks überwältigtund die obrigkeitlichen Personen in Frepheit gesetzt. Man be-meisterte sich sodann auch des groben Geschützes, nahm viele derBebellen gesangen- die meisten aber, sobald sie gesehen, daß dasSpiel eine schlimme Wendung genommen, flüchteten sich so gut siekonnten aus der Stadt, welche also in wenigen Stunden wiedererobert, auch das nach Luzern abgefertigte Schreiben wieder ein-geholt werden konnte."

Valentin IV. war unter den Geflohenen. Er wurde in ettiZiezum Tode verurteilt und seine sämtlichen Güter wurden zu Gunstendes Staatsschatzes konfisziert.

4