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Johannes Janssen und die Geschichte der deutschen Reformation : eine kritische Studie
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durch sich selbst erklären zu lassen." Der Historiker verleugnete seinenLernst und so ward dein Theologen freie Lahn gegeben zur Erfüllungseiner göttlichen Mission. Nach den abgegebenen Proben erlaubenwir uns nun an der göttlichen Mission des Theologen zur Erklärungder Geschichte sehr stark zu zweifeln.

Janssen fährt fort:Ans geistigem Gebiete brachte das um dieMitte des fünfzehnten Jahrhunderts beginnende Zeitalter deutscherReformation die herrlichsten Früchte herbor". Von diesen Früchtendeutscher Reformation selbst hat Janssen vergessen uns einige vorzu-weisen. Es sind auch keine da. Zasins hatte keine Nachfolger undwie auf dem Nechtsgebiete sah es auf allen andern Gebieten ans.Wir werden das gleich von Janssen bestätigen lassen.Es war dasZeitalter einer alle Klassen des Volkes ergreifenden, sich stetig aus-breitenden und vertiefenden Bildung, eines gelehrten und künstlerischenSchaffens von bewunderungswürdiger Energie". Wir sahen nur, das;trotz der immer allgemeiner werdenden Ilnsittlichkeit und Abirrung vonden Gesetzen des natürlichen Lebens das deutsche Leben noch einmalmächtig nach diesem Quell der Natur znrückstrcbtc, das; gerade dieseSehnsucht Leistungen erzengte, wie kaum zuvor, das; sie die sittlichenKräfte in Charakteren sammelte, welche in der Geschichte der Mensch-heit einen Nnhmesplatz errungen. Was aber die von den altenKnltnrfaktoren beförderte allgemeine Bildung betrifft, so wußten wirleider erkenne», daß der hier zu Tage tretende Formalismus ans allenGebieten nur zu sehr geeignet war, dem frisch emporstrndelnde» natür-lichen Leben seine Lahnen abzugraben und es zur Versandung zubringen, daß es infolge dieses reaktionären Widerstandes zu Wild-wassern kam, welche mehr verheerend als befruchtend wirkten.Durchkatechetischen Unterricht, durch die Predigt, durch Übersetzungen derheiligen Schrift, durch Unterrichts- und Erbannngsbiicher mannigfaltig-ster Art wurde für die religiöse Unterweisung und die Förderung desreligiösen Lebens eifrig gesorgt; in den niederen Schulen und in dengelehrten Mittelschulen wnrde eine feste Grundlage für die Volkser-ziehnng gewonnen; die Universitäten erreichten eine früher ungeahnteBlüte und wurden die Brennpunkte aller geistigen Thätigkcit". Wirkönne» nur wiederholen, daß diese sogenannte Bildung eine formalistisch-theoretische war, daß sie eine solche blieb, da sich der Ernenernng desWissensinhaltes das Dogma einer überlebten Knltnrperiode in den