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Reiche zu verschaffen." Wie stimmt das mit dem gepriesenen deutschenCharakter Maximilians? Läßt sich nicht darauf ebenso Huttens Zorn-wort (S. 568) anwenden: „Ein schmählicher, nndentscher, hochver-räterischer Plan: als ob in Deutschland das fürstliche Blut ausge-storben wäre?"
Maximilian war Gemütspolitiker, eine Sorte von Menschen, diestets Mißerfolg haben werden, die aber diesen Mißerfolg auch zuallermeist ihrer eigenen Natur ans die Rechnung schreiben müssen.Janssen zählt gleich zu Anfang (S. 567) die Vorteile und Vergünstig-ungen ans, welche Maximilian den Hohenzollern verschafft hatte. „Durchalle diese Förderungen und Gnnsterweise hoffte er die Hohenzollernenge an das habsbnrgische Herrscherhans zu fesseln." Er ward ge-täuscht. Ein weniger mächtiges Hohenzollern konnte der Freund Habs-bnrgs sein. Das beweist die Geschichte dieser beiden Hänser in derfrüheren Zeit. Ein mächtiges Hohenzollern mußte zum natürlichenRivalen Habsbnrgs werden, lind Maximilian machte das kräftigemporstrebende Fürstenhans als Gemütspolitiker noch mächtiger. EinRealpolitiker würde sich der Kleineren angenommen haben, um denÜbermut der Großen im Schach zu halten. Das war früher in derdeutschen Geschichte oftmals gelungen. Aber damals war die Ent-wicklung unseres Volkes und seiner Fürsten noch natürlich gesunder.Jetzt machte Maximilian ideale Dummheiten, deren Folgen zuletzt ansihn zurückfielen.
Janssen geht nn» die einzelnen Wandlungen des Wahlgeschäftesdurch. Wir halten daran fest, daß thatsächlich alles genau so geschehenist, wie Janssen schreibt, d. h. wir schlagen uns mit ihm nicht umKleinigkeiten herum, sondern fragen auch hier immer wieder, ob dieFolgerungen richtig sind, welche Janssen ans seinen eigenen Anführ-ungen zieht? „Am 27. August 1518 unterzeichneten die Kurfürstenvon Mainz, Köln, Pfalz und Brandenburg und die böhmische» Ge-sandten ihre Wahlverschreibnngen, während Maximilian seinerseits in,Namen seines Enkels alle kurfürstlichen Freiheiten und Privilegienbestätigte, noch sonstige Versprechungen ablegte und die Kurfürsten inseinen Schutz nahm, falls ihnen von Seite des Papstes oder desfranzösischen Königs wegen der Wahl irgend eine Widerwärtigkeitbegegnen würde." Es handelte sich bekanntlich darum, wer Maxi-milians Nachfolger werden sollte, und da traten namentlich drei Kan-
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