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der Reichstag, der sich jährlich versammeln, aber auch eine Vertretungdes bürgerlichen Elements enthalten sali, Aufzeichnung der jeweiliggeltenden Nechtsgewohnhcitcn und Znrückführnng derselben auf allge-meine Grundsätze; zum Schutze des Rechtes aber die Stärkung derobersten Neichsgewalt durch die Einführung eines stehenden Heeres,das durch eine allgemeine Reichsstener zu unterhalten sei. lind nuninterpretiert Janssen diesen letzten Gedanken dahin, daß die kaiser-liche Monarchie in der alten Bedeutung des Worteshätte wiederhergestellt werden sollen. (S. 459.) In derEinrichtung des schwäbischen Bundes (1489) erblickt Janssen den An-sang ans diesem Wege.
Gewiß, der Neformplan des deutschen Kardinals traf das Not-wendige; aber auch das Mögliche? Die Zeit Friedrichs II!, warsicher nicht dazu angethan, die deutsche Centralgewalt zu stärken, lindwie hätte diese Stärkung vor sich gehen sollen? Das deutsche König-tum in alter Machtfülle wiederherzustellen, wollte man sich des mora-lischen Übergewichts des Kaisertums bedienen, und dieses hatte keineMacht, wenn ihm nicht ein starkes deutsches Königtum zu Grundelag. In dieser theoretischen Kreisbewegung sind, wie wir »och sehenwerden, alle Reforinbersnchc zu Grunde gegangen, nicht so sehr infolgedes Widerstandes der außenstehenden Gewalten, sondern infolge desWiderspruchs und der Unklarheit, in denen man sich selbst fort undfort bewegte. Ein deutsches Königtum, basiert ans das thatsächlicheÜbergewicht einer oder mehrerer Verbündeten Gewalten — das wäremöglich gewesen. Aber ein Kaisertum „in der alten Bedeutung desWortes" ^ die ganze nationale Entwicklung der übrigen europäischenVölker stellte sich da sofort als Rückhalt der deutschen Opposition zurVerfügung. Janssen geht nun zur Darstellung der wachsenden Machtder Fürstentümer über. Wir wissen, daß die territoriale EntwicklungDeutschlands das parallele Gegenstück bildete zur nationalen außer-halb Deutschlands. Beide Erscheinungen sind nicht von einander zutrennen, sie bedingen sich gegenseitig. In der außcrdentscheu Entwick-lung fand die territoriale deutsche Entwicklung ihren mächtigsten Rück-halt. Wollte man also ans nationalem Wege zu einer Einigung vor-wärts gelangen, hätte es die politische Klugheit erfordert, die inter-nationalen Beziehungen möglichst freundlich zu gestalten, damit ja nichtder Gedanke dort erwache, die deutsche Einigung bedrohe den Bestand
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