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macht sein müssen, nnd das Reich war auf der Ackerbanstnfe hängengeblieben. Es hatte den Wandel nicht mitgemacht, den die Städteinanguricrten, nnd so ward es genötigt, sich den Speer in die eigenenEingeweide zn jagen, das Städteleben zn erdrosseln, damit seine ne-gatibe Macht wieder Herrscherin werde. So kam es, so mußte eskommen. Karl V. hat die Exekutivgewalt im Janssenschen Sinne ver-wertet. Die erbärmlichste Zeit hat Deutschland erlebt, als es dem„Reich" gelungen war, die Macht der deutschen Städte zn brechen.Wir müssen also etwas tiefer graben, um zn quellendem Wasser zngelangen. Die Krankheit wuchs. Janssen bestätigt uns das. Ererzählt von dem Raubbau in den Bergwerken, den Mvnopolgesell-schaften, den Verfälschungen der Nahrungsmittel; alles das sind nurFolgen, Begleiterscheinungen der Krankheit. Sie drang weiter insVolk. „Der Handwerker nnd Bauer thnt sein Geld ein bei einerGesellschaft oder einem Kaufmann; dis übel war in früher zeiten nit,es ist in zehn jähren gar gewachsen. Er vermeinet vil zn gewinnennnd verlirt offt alles was er geben hat."
So eine Predigt ans dem Jahre 1615. (S. 393.) Die Folgeneines solchen Bankerottes zeigt Janssen an dem Fall Höchstetter inAugsburg, bei dem Bauern, Knechte nnd Mägde so gut wie andereihr Geld anlegten. Dann geht er zur Darlegung der theologischenAnschauungen über. Als letzte Ursache erscheint ihm mit dem Predigervon 1515 die Verachtung der heiligen Kirche nnd ihrer Lehre, „alsda ist vom cigentnmb, von den arbeitten der menschen, von dem zinßund Wucher und vom gcbürlichen Pfennig der waaren." (S. 396.)Wir erinnern uns hier seiner Einleitung. Da hieß es: „Tritt einewesentliche Störung ein, überwuchert der Handel nnd der Handelsgeistdie warcnzengcnde, wertschaffende Arbeit, nnd befördert er einen über-triebenen Luxus, so erfolgen für das Volk große wirtschaftliche nndin Verbindung damit große sittliche Schäden, die dann ihrerseits vorallem das religiöse Leben verkränkeln und zerrütten." (S. 266.) Dortalso war der kirchliche Verfall die Folge anderer Ursachen, nun machtJanssen den Verfall des religiösen Lebens zur Ursache des sittlichennnd sonstigen Verfalles. Er dreht sich also im Kreise, nnd einenAusweg ans diesem Kreise hat er nicht gefunden. Diese eigene Un-klarheit trägt er nun in den Schluß seiner Abhandlung über Volks-wirtschaft hinein. Es ist geradezu unglaublich, was dort an innerer