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Johannes Janssen und die Geschichte der deutschen Reformation : eine kritische Studie
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ist dies wieder in den Städten geschehen, die anfangs nichts weiter alsdie künstlichen Treibhäuser der Kirche waren." Eine sonderbare An-schauung! Janssen hat sie in eine Anmerkung verbannt und that wähldaran, wenn er sich auch ans dem Dilemma zwischen dem Glanbenan die Nichtigkeit dieser Anschauung, die alle natürliche Entwicklungans den Kopf stellt, und der Ahnung dieser natürlichen Entwicklungnicht hat heraushelfen können. Das Städtewcscn aber hat in Deutsch-land eine doppelte Grundlage. Erstens gründeten die Römer Städte.Und an diese Städte lehnte sich die Kirche an, in diese Städte zognicht, wie Janssen sagt, „mit dem Bischof alle gewerbliche Arbeit" ein,sondern diese war bereits vor dem Bischöfe da. Nun aber kam esdarauf an, ob die natürliche Fortentwicklung des deutschen Lölkes demStädtetnm eine neue Lebenskraft zu geben vermochte, und da sehenwir das Interesse der Kirche abermals an diese natürliche Fortent-wicklung geknüpft. Die Kirche bedurfte der Städte zu ihrer eigenenExistenz, denn die Städte sind von Natur nicht nur die Ursprnngsstätteneiner neuen Kultur, sondern auch die Erhalter und Mehrcr derselbe».Wollte die Kirche in Deutschland dauernd Fuß fassen, mußte sie Städtehaben. Sollte das deutsche Volksleben sich naturgemäß zu höhererKultur entwickeln, mußte man Städte bauen oder die vorhandenenvon andern erbauten, zu erhalten suchen. So geschah es im Nhein-nnd Donanthal. Also die Existenz der Kirche ist an die Existenzdes deutschen Lebens geknüpft. Sie gibt nicht nur, sondern empfängtauch von ihm und zwar ihre Existenzfähigkeit unmittelbar in Deutsch-land, mittelbar auch in den andern Kulturländern Europas. Diezweite Grundlage des Städtetnms in Deutschland ist die kulturelleFortentwicklung, das einfache natürliche Wachstum des deutschenVolkes selbst. Dieser Grundlage entstammen Städte wie Nürnberg,Bremen, Hamburg, Lübeck, Danzig und andere, die meisten StädteNiederdeutschlands. Und da tritt denn auch sofort charakteristischerWeise das weltliche Fürstentum als Städtegründer neben die Kirche.Was also Arnold von „künstlichen Treibhäusern der Kirche" redetist nur halbwahr, und wenn er gar davon spricht, daß ohne dieKirche keine Städte möglich gewesen wären, so sagen wir: das Städte-wesen beruht ans dem Fortwachscn des deutschen Volkes selbst, ja,wir sagen noch mehr: ohne die Städte wäre auch keine Kirche mög-lich gewesen, und wir sagen zum Schliche: das Leben bediente sich