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Johannes Janssen und die Geschichte der deutschen Reformation : eine kritische Studie
Entstehung
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und Faktoren einer älteren Knltnr vereinigen sich noch eiinnnl undsteigern ihre Produktion zn dein ihnen höchst möglichen Maße- DasMaß reicht nicht ans, die Nvt zu beseitigen, sie wird nur größer undgrößer- Es bedarf der Umbildung. Sie muß und wird lammen.Nene geistige, neue kulturelle Kräfte setzen ein und ringen »ach Aner-kennung, und gegen diese sich fartwährend erneuernden jungen Kräftevermag die versiegende Kraft der alten Knltnr nichts. Entweder sieweicht langsam und dann kommt es zur Reform, vder sie bleibt be-harren, und dann kommt es zur Revolution.

Janssen hat also bei seinem Bilde den kleinen Nachsatz vergessen,daß weder ein Nikolaus von Ensa, noch die Unerschrockenen, welchedie Aufdeckung und Bekämpfung der Übelsrände und Mißbränche anskirchlichem Gebiet betrieben, irgendwelchen dauernden Erfolg anfzn-iveisen hatten. Die Reformation scheiterte, sie wurde von den maß-gebenden Kreisen abgelehnt. Es blieb alles beim Alten, ja die Nvtstieg und stieg und schuf die Grundlage der Revolution. Janssenserstes Bild ist also verzeichnet; er ist an das Warum auch nicht ent-fernt herangekommen. Zum Verständnis der natürlichen Entwicklung,wie sie kommen mußte und kam, gab er uns nicht den kleinsten Bei-trag. Von der scholastischen Methode der Thatsachenerzählnng zurkulturgeschichtlichen der Thatsachendnrchdringnng hat er sich nicht znerheben vermocht. Mit seinem ersten Hauptsätze: die kirchliche Lehrevon den guten Werten war Ursache der Blüte des geistigen Lebens,ging er in die Irre. Wir werden diesen Jrrgang und seine Kon-scgnenzen nun Schlag ans Schlag zn verfolgen haben.

Unser Autor führt uns nun mit warmer Anteilnahme in dieliterarische Welt. Er verbreitet sich über die Bedeutung des Bücher-drneks, und die Stimmen, welche er da anführt, sind warm, wie seineeigene. Durch ganz Europa, selbst bis zn den afrikanischen Inselnbegleitete er das Wachstum und den Ruhm dieser deutschen Erfindung.Aber selbst in dieser Darstellung steigt wieder die eigentümliche An-schauung Janssens empor; er zieht die erste falsche Konsegnenz ansseinem falschen Grundsätze, daß eine kirchliche Lehre Ursache der Blütedes geistigen Lebens gewesen. Wir halten daran fest, daß jedergeistige Fortschritt nirgendwo anders seine Grundlage »nd Ursache