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Johannes Janssen und die Geschichte der deutschen Reformation : eine kritische Studie
Entstehung
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Neuerung erfolgte am päpstlichen Stuhle nicht. Der Verfallsprozeßschritt nnanfhaltsain fort. Die letzte Konsequenz wurde gezogen:Papsttum und Päpste gerieten mit einander in einen unlösbarenWiderspruch. Während das eine in voller mumienhafter Erstarrungall das mächtige und glänzende Leben von sich zurückwies, drängtedieses Leben nach der andern Seite um so üppiger empor und führtedie Päpste in eine rein intellektuelle Bildnngssphäre. Diese innereHalt- und Eharakterlosigkeit äußerte sich nach außen in der furchtbarstensittlichen Entartung. Aber in Deutschland gab es Männer von „echtreformatorischcm Geiste". Sie fielen dem Kaisertum zu, nachdem siedas Papsttum in seiner Unfähigkeit zu einer Sclbstpcrjüugung erkannthatten. Pom Kaiser erwarteten sie die staatliche und religiöse Refor-mation. Aber dieser Kaiser war Friedrich III., die Personifikationgeistiger Trägheit. Sein Sohn war Maximilian. Er führte seinHaus nach Burgund. Habsbnrg übernahm die Erbschaft Karls desKühnen, es übernahm die Führerrolle gegen Frankreich. Der Gegen-satz gegen den Westuachbar wurde schärfer, er drang immermehr indas Bewußtsein einzelner Volkskrcise und erweckte dort die Sympathienund Antipathie» gleich stark. „Die Kultur trennte die Völker nicht,sie einte und band. Gemeinsam hatten sämtliche christliche Völkernur einen Feind, den Türken, den „Erbfeind des christlichen Namens".Jetzt kam für Deutschland, für die Anhänger Habsbnrgs in Deutsch-land, der Franzose hinzu und die Politik zerriß das Band, welchesdie Kultur geschlungen. War es nicht so? Und als dann am poli-tischen Gegensatz der nationale sich erhob, da trat ein dritter Feindin den Gesichtskreis der Deutschen: das Papsttum. Es galt, diedeutsche Sitteureiuheit nach Rom zu tragen, und dabei war nur dieFrage, ob mau sie dort aufnehmen würde? Zu Konstanz hatten einstdie Deutschen darauf angetragen, vor einer neuen Papstwahl denpäpstlichen Stuhl Pom Unrat zu reinigen, der auch den Reinsten be-flecken müsse. Man hatte diesen Wunsch abgelehnt, abgelehnt bis zumEnde des 15. Jahrhunderts und noch länger. lind der Unrat wargestiegen höher und höher. Was sollte nun geschehen? Einmalmuß da doch Ordnung geschaffen werden.

Und nun zum Schlüsse der Jaussenschcn Einleitung! „Diewunderbare Entfaltung des geistigen Lebens jener Zeit war nurmöglich durch die alle Gemüter beherrschende Lehre der Kirche von