die Zukunft bedingende und fruchtbare, so ist das Resultat nur mitJubel zu begrüße». Anders aber steht die Sache, wenn sich mw derdann nachfolgenden Darstellung ergibt, daß die historische Entwicklnngdes Darstellers nicht eine durch tieferes Eindringen hervorgerufene ist,sondern dieser selbst bereits mit einer festen Ileberzengnng an die Dingeherantrat und infolgedessen nur zu sehen vermochte, was ihm dieseIleberzengnng zu bestätigen schien. Und da haben wir es also mitder historischen Persönlichkeit und dem geschichtlichen Werden Jansscnsselbst zu thnn.
Es wäre nun von großer Bedeutung, wenn »ns über diesesgeschichtliche Werden Janssens einige weitere Angaben zur Verfügungstünden. Allein eine Nachforschung nach derselben haben wir ans demeinfachen Grunde vermieden, um einem Mitlebenden gegenüber nichtindiskret zu erscheinen. Wir müssen uns also mit Wenigem begnügen.Jansscns Heimatsort ist Rauten am Niederrhein. Es ist ein Städt-chen von historischem Nnf und zält etwa 3'/s Tausend Einwohner,welche meist dem katholischen Bekenntnis angehören. Philologie nndGeschichte studierte er an der Akademie zu Münster, an den Univer-sitäten Löwen, Bonn nnd Berlin. Ans rein katholischem Boden alsoempfing Janssen seine ersten Eindrücke und Anregungen, denn dieAkademie zu Münster trägt den ausgesprochenen katholischen Eharakter,wie die katholische freie Universität zu Löwe». Wie sehr diese Ein-drücke schon bei dem Knaben vorwogen, geht ans einer Erzählunghervor, deren ich mich erinnere, daß Janssen bei Gelegenheit einerWallfahrt nach .Kevelaer, welche er in Begleitung seiner Mutter nntcr-nahm, die erste dämmernde Ahnung zum Geschichtsforscher aufgegangensei. Dieser kleine Zug spricht sowohl für als gegen ihn. Im Jahre1854 habilitierte sich Janssen als Privatdozent der Geschichte in Münster,übernahm aber noch in demselben Jahre die Professur für Geschichtefür die katholischen Schüler am Gymnasium zu Frankfurt a. M.Diese Stadt ist ihm von da an Heimat geblieben. Daß Janssen erstim Jahre 18611, in einem Alter von 31 Jahren in den geistlichenStand trat, zeigt, daß er mit vollem Bewußtsein und ans eigenerIleberzengnng diesen Schritt that, denn mit 31 Jahren träumt einsolcher Mann nicht mehr, sondern weiß, was er thnt nnd was erwill. In Frankfurt trat Janssen in unmittelbaren Verkehr mit JohannFriedrich Böhmer, erhielt von ihm mannigfache Anregung, und es ist