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Urkunden-Buch der Familie von Zwehl : nebst Kunstbeil., Textbildern, Stammbäumen u.e. Anh., enth. Beitr. zu e. Familiengeschihichte
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mein eigenangepohren Insiegel" hierunter gedruckt, der geben ist im Jahr undt Tagals obstehet" *)

Wenn nun auch wohl kaum besondere Vorrechte bestanden haben dürften, sich einesWappens zu bedienen, da schon im 13. und 14. Jahrhundert Siegel mit Wappenbildern selbstvon Bauern 2 ) geführt wurden, so spricht der Besitz eines Wappens doch immerhin dafür, dassunsere Familie auch schon vor ihrem weiteren Bekanntwerden durch Johann Zwehl zu denansehnlicheren gehört haben muss.

Bei der Standeserhöhung im Jahr 1633 wurde dieses Wappengebessert! 1 Nach einemalten noch vorhandenen Siegel und nach dem Wappen über der Hausthür der Papiermühle zuHeiligenstadt waren ursprünglich anstatt der jetzigen 3 Rosen: 3 Eicheln im Wappen.

Einen interessanten Aufsatz über das von Zwehl'sche Wappen brachte der deutscheHerold 3 ) in seiner Aprilnummer vom Jahre 1898, der, da aus berufenster Feder stammend,wörtlich hier folgen möge:

Die Wappenbeschreibungen in den Diplomen des 16. bis 18. Jahrhunderts sind bekanntlichin ihrem schwülstigen, verworrenen und weitschweifigen Stil so schwer verständlich, dass es oftkaum möglich ist, aus ihnen das verliehene Wappen richtig zu construiren. Nicht selten wirdin Folge dessen, wenn das Originaldiplom mit dem eingemalten Wappen (das übrigens oft auchnicht mit der Beschreibung stimmt!) nicht mehr vorhanden ist, das Wappen falsch geführt.

Ein solcher Fall liegt mit dem v. Zwehl'schen Wappen vor, von welchem vielfach irriggestochene Siegel vorkommen. Der Wortlaut des Diploms 4 ) lautet wie folgt:

....Zu mehrer Gedächtnus solcher Erhebung in den Adeligen Stanndt haben wir Ime,Johann Zwehl, auch seinen Ehelichen Leibserben u. derselben Erbenserben hinfüro in ewig Zeithernachfolgendt gebessert Adeliche Wappen u. Clainoth zu führen und zu gebrauchen gnädiggegönnt u. erlaubt, als mit namen einen roth oder rubinfarben Schildt, in welchem von beidenuntern Eggen mit dem Spitz biss obenan ain weisser oder silberfarber Spickel von Quaterstuckhen,in Grund dessen Zween gegeneinander über gestehe Stainfelsen, darauf ein fürwerts, aufrechtsgekherter gelber oder goldfarber gekrönter Lew, mit jeden hindern Prankhen auf einen Felsenstehend, mit offenen Rachen roth ausgeschlagener Zungen, auf dessen Brust oder mitte einroth oder rubinfarber und zurück über sich gewundenen doppelten Schwantz,in seinen beiden vorderen Prankhen ein grienes Rosenzweig, darauf 3 Rosen, als in beedenrothen Seitenwinckl jedwedem ein weisse, dem eine vor sich, die ander umbgekhert erscheint, inmitte desselben Spickeis aber eine rotlre Rosen mit Iren grienen Potzlein, auf gedachtem Schildtein freyer, offener Adelicher Thurniershelmb, beederseits mit roth u. weisser Helmbdecken, darobain gelb oder goldfarbe Cron, auss welcher Zwo von einander mit den Sachsen fürwerts gesteheu. der sclrreg nach also abgethailte Adlersfiügel, deren die hinter unden u. vorder ober weiss,vorder unten u. hinter ober roth oder rubinfarbig, in mitte derselben fürwerts ain Hirsch bis andie hindern Läuff auf seinem Khopff ein gestemb mit zwolff Zinkhen u. in seinem maul eingriems Rosenzweig mit 3 Rosen, deren die undern zway rothe in die weisse thail der Aug u. dieweisse grad über sich zwischen dem gestemb gehent, lraltendt.

Alsdann solch Adelich Wappen u. Clainoth sambt seiner zier in mitte dieses UnseresKayserlichen Brieffs gemahlet und mit färben aigentlicher aussgestrichen ist "

(München, 1. März 1898. Für die wortgetreue Abschrift

The od. v. Zwehl, Oberstlieut.)

') S. ürk. Nr. III.

2 ) Im Grossherzogl. Archiv zu Schwerin befindet; sich eine von Bauern untersiegelte Urkunde vom22. Januar 1349, deren Aussteller Siegel und Hausmarken führen.

3 ) Der deutsche Herold, Zeitschrift für Wappen-, Siegel- und Familienkunde. Die Nr. 4 des Herold sowiedie Nr. 3 der deutschen Graveurzeitung des Jahrgangs 1898 brachte auch das v. Zwehl'sche Wappen als Kunstheilage.

4 ) Im Besitz des Herrn Oberst und A.bth.-Chefs im Generalstab, IC. B. Kämmerers Th. v. Zwehl in München.