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Schönhausen und die Familie von Bismarck
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Angriff der Garde-Dragoner.

wir uns mit den 13. Ulanen, die auf den linken Flügel zur großen Kavallerie-attacke herangezogen wurden.

Wir blieben kurze Zeit an dem brennenden Dorfe Mars la Tour halten,und unsere Leute hatten keine Vorstellung von dem Ernst und der Schwierig-keit der Situation. Auch ich wußte nicht, wie bedenklich die Schlacht nach Ablaufder fünften Nachmittagsstunde stand. Wir fühlten, über zwölf Stunden imSattel — nichts zu essen und zu trinken, als was man zufällig bei sich hatte,auf ermatteten, seit Tagesanbruch nicht einmal getränkten Pferden —, wohleinige Ermüdung, waren aber doch zu gespannt auf den Ausgang des Tages,um uns ihr hinzugeben. Während wir so aufmerksam auf jedes Wortlauschten, das etwa von den Offizieren zu erhaschen war, kam der Brigade-adjutant Schnlenbnrg vorbeigaloppirt und rief meinem Rittmeister GrafenWestarp zu: „Sie ziehen ab!" Den Dragonern, denen ich diese Worte wieder-holte, glaubte ich sie dahin interpretiren zu können, daß der Feind abzöge undwir zur Verfolgung beordert wären. Als unmittelbar darauf unsere eigeneArtillerie vorbeizog, ahnte ich nicht, daß jenes Wort sich auf sie bezogen hatte.Diese Artillerie, welche lange muthig ausgehalten, hatte sich fast verschossenund war von der feindlichen Infanterie so scharf beschossen worden, daß siezurückgehen mußte. Es war der bedenklichste Moment des Tages, denn eshandelte sich um eine Lücke in unserer Schlachtordnung, welche mit Pferde-und Menschenleibern ausgefüllt werden mußte, um die feindliche Besitznahmevon Mars la Tour aufzuhalten. Der Befehl zur Attacke auf die vorrückendefeindliche Infanterie vom 13. und 43. Französischen Regiment war gegeben.Wir trabten über die Chanssee, über Hecken und Gräben, hatten uns durchZäune zu drängen und kamen dabei bald in rasche Gangart. Erst als dasSignal „Galopp" geblasen und das Fener der durch unser brüskes Her-vorbrechen bestürzten Rothhosen auf uns eröffnet wurde, war es klar, umwas es sich handelte. Das kurze, helle Signal „Front" haben Viele nichtmehr gehört im donnernden Lärm des Galopps vieler Pferdehufe auf demsteinharten Lehmboden, und das letzte Signal „Marsch, Marsch!", nach dessenhöchster schrillen Note eine Granate den Stabstrompeter vom Pferde riß,haben bei dem durch Schießen und Hnrrahschreien vermehrten Getöse wohlnur Wenige vernommen. Es waren etwa 800 Schritt, die wir mit unserenmüden Pferden im feindlichen Fener zu reiten hatten, dessen Projektile wiezwitschernde Erbsen zwischen uns durch und über uns Hinwegsausten. Solche