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Schönhausen und die Familie von Bismarck
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Der Fürst als Bürgerwehrhauptinann,

Nach Ausbruch der Berliner Straßenemeute im März 1848 betrieb erdie Errichtung einer Bürgerwehr in Schönhausen, Fischbeck und Kabelitz.Alt und Jung bewaffnete sich mit abgebrauchten, nun aber wieder hervor-gesuchten und reparirten Gewehren, zum Theil der Zeit entstammend, woder Rittmeister Ferdinand, der Vater des Gutsherrn, am linken Ufer derElbe den Landsturm organisirte. Unter Hörncrschall und Trommelklang zogeine stattliche Schaar von mehreren Hundert Mann Berittenen zum Exerzirennach den Sandbergen vor das Dorf hinaus. Da ritt einstmals nach einer be-sonders gut ausgefallenen Hebung der Ackerbürger Schelling salutirend anHerrn v. Bismarck mit den Worten heran:Herr Deichhauptmann, nu führen'suns man druf, wir woll'n mal en Enn maken mit dem Berliner Schwindel."Während benachbarte Orte wie Tangermünde die schwarz-roth-goldene Fahnevon ihren Thürmen wehen ließen, schaarte sich in Schönhausen Alles um diePreußischen Farben.

Aus jener Zeit möge noch Erwähnung finden, daß Schönhausen mit Fisch-beck durch die Umgestaltung der Gerichtsbarkeit das Patrimonialgericht verlor,dessen letzter Verwalter der Justizamtmann Lindenberg in Genthin war. BeideOrte wurden jetzt zum Kreisgericht in Genthin gelegt.

Der Gutsherr war schon 1847 Mitglied des vereinigten Landtages ge-wesen. Nunmehr zog er aus dem engen Kreise seines stillen Lebens in deralten Heimath auf den Schauplatz seiner Kämpfe hinaus, da er nicht mehrdem Orte seiner Geburt und seinen Bauern, sondern der Welt und derWeltgeschichte anzugehören bestimmt war. Als er das erste Mal auf derTribüne des Parlaments in seiner knappen Weise unter stürmischen Unter-brechungen und mit schlagfertigen Antworten geredet hatte, wurde sein Namemit dem Zusatz Schönhausen gefeiert von den Königstreucn im Lande,verspottet und verlästert von seinen Widersachern genannt und bekannt imganzen Volke.

Um sich den parlamentarischen Ansprüchen ungetheilt widmen zu können,die seine Anwesenheit in Berlin erheischten, verpachtete er 1849 Schönhausenund nahm dort nur mehr temporären Wohnsitz. In Berlin wohnte erBehrcnstraße 6V, Wilhelmstraßc 71 und Dorotheenstraße 37, wo sein ältesterSohn geboren wurde.

Als er im Frühjahr 1851 nach Pommern übersiedeln wollte, um dasseinem Schwiegervater Puttkamer gehörige Gut Reddies (^4 Meilen von Rein-