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Der Deichdurchbruch 1845,
setzte, da sie wie im Manöver gegen einen markirten Feind so in Flur undWald gegen ein fingirtes Wild zu Felde zogen.
Als im Frühjahr 1845 die Elbe die Deiche durchbrach, so daß manauf einer mächtigen Wasserfläche von Tangermünde nach Rathenow mit demKahn fahren konnte, sprach der 73jährige Greis beim Blick auf die im Parkdurch die Fluth veranlasste Zerstörung die Todesahnung aus: „Die Lindensind eingegangen, nun werde ich wohl bald ihnen folgen."
Schreiben des Rittmeisters Ferdinand au seine Tochter über den Elbdurchbrnch.
Schönhausen, 8. 4. 1845.
Mein theures Malwinchen!
Ich für meine Person bin hier glücklich und gesund angekommen, aberwie sieht es hier aus! Was hat die Elbe für Unglück gemacht! Sie istbei Fischbeck zwei Mal, bei Hohengöhren ein Mal und bei Liebars einMal durchgebrochen. Ich fand in Genthin keine Pferde zu meiner Ab-holung, aber der alte treue Bellin für seine Person war dort und hatteeinen Wagen von Jcrichow mitgebracht. Ich konnte nur bis dahin fahren,dann mußte ich auf dem Elb-Wall bis gegen Fischbeck zu Fuß gehen, woich mich embarkirte und hierher segelte. Das halbe Dorf steht unterWasser. Wir fuhren quer durch die Straße, wo Bellin's Haus steht,nach der Schäferei hinaus, hinten in der Fohlenbncht und beim Herkulesim Garten an und stiegen an der vierten Stufe der Terrasse aus..Das Dorf war ein öder trauriger Anblick, die Höfe verlassen, diemeisten Schornsteine eingestürzt, die Häuser bis zur halben Fensterhöheunter Wasser. Aus den Höfen und den Straßen schwammen Acker-Uten-silien, Bretter, Bau- und Brennholz, alles durcheinander. Die Scheune,wo unten noch Korn liegt, steht 6 bis 7 Fuß unter Wasser, und das Viehsteht theils auf der Straße und bei anderen Leuten, die auf der Höhewohnen. Meine Schäferei steht mehrere Fuß unter Wasser, die Schafesind auf dem Hofe und meine nur irgend zu entbehrenden Ställe vollfremden Viehes. In der Treppenstube wohnen 3 Familien und in derBackstube 2. Im Gewächshause steht das Wasser 5 Fuß hoch. Die neuenBrücken unter den Linden sind fortgerissen. Die Mauer rechts vom Haupt-gang bis nach der Chaussee ist größtentheils eingestürzt und seit gesternfängt die neue schöne massive Scheuer bei der Schäferei an einzufallen,