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Schönhausen und die Familie von Bismarck
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Die Lützower in Schönhauser

herbei, und die Kirche zu Schönhausen wurde der Schauplatz einer ganzeinzigartigen Feier. Hier fand die Einsegnung der wiedereingetrctenen Frei-willigen statt. Um den Altar schaarte sich eine Zahl von Männern aus denweiten Gauen des Vaterlandes zumal aber ans Brandenburg's Stammland,der Altmark, alle durchglüht von jugendlicher Begeisterung für die gemeinsamegroße Sache, für die Befreiung des Vaterlandes, das lange Jahre unter derNapoleonischen Knechtschaft geseufzt. Unter ihnen der Sohn der Altmark,der Turnvater Jahn mit seinem buschigen Haupte, der Führer der schwarzenSchaar, der Majvr v. Lützow im ernsten Mannesalter, der wackere Friesenin vollendeter Mannesschöne, und der Dichter vonLeyer und Schwert" mitseinem edcln Jünglingsantlitz. Ueber die Grüfte der Bismarckahnen erbraustevon den Lippen der andächtigen Gemeinde der Chorgesang:Es bricht derfreche Uebermuth der Tyrannei zusammen. Es soll der Freiheit heil'geGlnth in allen Herzen flammen. Wir zieh'n in Kampfes Ungestüm, Gottist mit uns und wir mit ihm. Dem HErrn allein die Ehre!" Nach einerergreifenden Ansprache des Ortsgeistlichen Petri traten die Freiheitskämpferan den Altar heran und schwuren unter dem Geläute der Glocken auf dieSchwerter der Offiziere den vorgeschriebenen Kriegseid:nicht eher zu ruhenund zu rasten, als bis der letzte Franzmann über den Rhein-Strom gejagtworden sei." Mit dem Gesang des alten evangelischen Kriegs- und Sieges-liedes:Ein' feste Burg ist unser Gott!" schloß die patriotische Feier.

Theodor Körner hatte längere Zeit in Sandau gelegen, wo er seinemUnwillen über die ihm aufgezwungene Tatenlosigkeit in dem ..kannten Ge-dichteMißmuth" einen Ausdruck gab. Vom Major v. Peterso-ff, welcherin Havclberg stand, wurde er Ende Mai mit einem Auftrag nach Schön-hausen entsendet, welches eine Zeit lang das Hauptquartier für das dritteBataillon der Lützow'schen Infanterie bildete. Während der Bataillons-kommandenr Jahn im Schlosse Ferdinand's v. Bismarck wohnte, nahmKörner auf der Pfarre sein Quartier. Im Pfarrgarten zeugte von demAufenthalt des Dichters noch lange Jahre nach den Freiheitskriegen ein ein-faches mit weißer Oelfarbe gestrichenes Kreuz, welches ihm unter alten Eichendie Tochter des Pastors errichtete, auf der einen Seite mit der Inschrift:Theodor Körner weilte hier gern", auf der anderen Seite das Distichon:Ruhet sanft. Ihr Geliebten, von Eurem Blute begossen, grünet der Oel-baum lustig die köstliche Saat!"