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Ludolf August v, Bismarck.
fördert, wurde er 19. August 1721 Kommandeur des Regiments Herzog vonHolstein zu Fuß, jetzigen Grenadier-Regiments König Friedrich Wilhelm I.(2. Ostpreuß. Nr. 3). Während seines Lebens in der Garnison zu Magdeburghatte er das Unglück, im Zorn seinen Bedienten zu erstechen und soweit die ruhigeBesinnung zu verlieren, daß er die Leiche unter das Bett versteckte und ent-floh. Auf Verwendung des General-Feldmarschalls Fürsten zu Anhalt er-hielt er für den Todtschlag und für die Desertion Begnadigung. Auchwurde er, nachdem sowohl der Gcneral-Feldmarschall Gneomar Dubislavv. Natzmcr als auch das Kollegium des Geheimen Kriegsrathes sich für ihnausgesprochen hatten, wieder in Dienst genommen, aber doch vom Königzurückgesetzt und als ältester Oberst dreimal beim Avancement resp. beimVergeben der Regimenter übergangen. Infolge solcher Zurücksetzung erbater den Abschied, den er am 11. Juni 1732 erhielt. Er verkaufte sein GutSkaticken in Preußisch-Litthauen und wendete sich nach Moskau, um inrussische Dienste überzutreten. Als Soldat und Hofmann von gewinnendemAcußern machte er durch seinen Schwager (den Günstling der Kaiserin Anna,und späteren Herzog von Kurland), Grafen Johann Ernst v. Biron, seinGlück"); er wurde bald Generallieutenaut und durch König August von PolenRitter des weißen Adlers.
Er verweilte als diplomatischer Agent für russische Interessen an mehrerenHöfen Europas, zumal in England, nahm thätigen und glücklichen Antheilam Kriege gegen die Türken und befand sich bei dem russischen Heere, welcheszur Zeit der polnischen Kronstreitigkeiten zwischen König August III. undStanislaus Lesczinsky nach Polen geschickt wurde. Hier nahm er nach Ab-berufung des Generals Münnich und des Fürsten von Hessen-Homburg dieObcrbefehlshaberstelle ein. Später verwaltete er das Amt eines Woiwodeu,wurde Gouverneur von Riga, dann Generalgouverneur für ganz Livlaud undhalf seinem Schwager Biron die Herrschaft über Kurland zu gewinnen, in-dem er mit zwei Regimentern zu Mitan den Saal der Stände umzingelte, sod aß die Wahl Birons ohne Widerstand erfolgte.
") Okr. Merkwürdiges Leben des unter dem Namen eines Grafen v. Biron welt-bekannten Ernst Johann, gewesenen Regenten des russischen Reiches rc., Bremen 1712:„v. Bismarck sieht wohl aus und ist ein so geschickter Hofmann als ein guter Soldat.Darum distinguirte er sich geschwind am russischen Hofe und wurde gleich General-lieutenam."