17
V. Die Nachkommen des Peter von Gottberg.
Motto: Starker Arm und scharfes SchwertHaben sich jederzeit bewährt.
Aus der Ehe des Peter v. G. mit Anna von Crossin entstammten 5 Kinder, nämlich:
1) Peter Ernst, geboren ungefähr 1596. Die einzige Nachricht, die wir von ihm haben, findenwir in den Akten des Warschauer Archivs. Im Jahre 1618 wird ihm nämlich wegen seiner in demschwedischen Feldzuge bewiesenen Treue und Wachsamkeit vom König von Polen, Sigismund, diesogenannte Polsenschefer Fähre, am Flusse Werderer im Bezirk Marienburg gelegen, übertragen (einAuszug aus der betreffenden Urkunde ist in Beilage VII). Er scheint demnach in polnischen Kriegs-diensten gewesen zu sein. Wann er gestorben und ob er Nachkommen hinterlassen, ist nicht bekannt.
2) Anna Maria, geboren ca. 1597, verheirathet ca. 1617 mit Voitschlaf von Wobeser. 1618 kames wegen der Mitgift zu einem Prozess. Die Akten über denselben befinden sich bei den StargarderHofgerichtsakten in Stettin.
3) Philipp Jürgen, geboren ungefähr 1598. Ueber ihn ist nichts bekannt.
4) Erdmutha, geboren ungefähr 1600, heirathete ca. 1620 den Moritz Daniel von Hepburn (Hebron),kaiserlichen Kriegsrath, der drei Leib - Regimenter Oberster, Pfandherr der Grafschaft Wildschütz inBöhmen, Besitzer von Carstnitz und Hebron (jetzt Hebron - Damnitz, s. Kapitel IX) war. Ueber ihn,welcher im 30jährigen Kriege eine nicht unbedeutende Rolle spielte, befinden sich verschiedene Auf-zeichnungen im Wiener Kriegsarchiv.
Seine Familie ist insofern geschichtlich interessant, als er von dem bekannten Grafen Bothwell,dem Gemahl der Maria Stuart, abstammt, dessen Nachkommen aus Schottland vertrieben, nach Deutsch-land einwanderten. Die Familie ist vor etwa 100 Jahren ausgestorben.
5) Friedrich Ernst, geboren ungefähr 1602. Am 9. Oktober 1634 wird er Bürger von Danzig undhierbei als Kaufmann bezeichnet; ein entsprechender Eintrag befindet sich im dortigen Bürgerbuch.
Am 4. December 1641 kaufte er die Güter Saadau*), Borken, Pariöse und Wolka mit den SeenAlmoya, Karstniove und Stamma von Janas Casimir, Herrn zu Eilenburg (Eulenburg). Am 16. Mai 1642wurden ihm diese Güter landesherrlich verliehen. Er muss zwischen diesem Termin und 23. Juli 1644gestorben sein, denn in einem Gesuch seiner Frau Anna Benigna, geb. von Rosenhagen, welches vonletzterem Tage datirt ist, wird er als verstorben und seine Kinder als unmündig bezeichnet. 1642 wirder mit dem Titel „Rittmeister" genannt. Ueber seine sonstigen Schicksale verlautet nichts. Von seinenNachkommen sind folgende bekannt:
1) Erdmutha Sophie, vermählt mit Christoph von Bartelsdorf. Wittwer seit 1674, Todesjahr unbekannt.
2) Friedrich Ernst. Sein Geburtsjahr ist zwischen 1640 und 50 anzunehmen. Er trat in polnischeDienste und erlangte hier den Rang eines Oberst. Von seinem Vater erbte er die vorgenannten Güter.Er war verheirathet mit Eufemia von Pomianca. Friedrich Ernst muss gegen 1700 gestorben sein, denngleich nach seinem Tode kam es im Juni 1700 zu Grenz- und Besitzstreitigkeiten zwischen seinen Erbenund dem Rittmeister Samuel von AVillmsdorf.
Aus seiner Ehe stammen folgende Kinder:
1) Anna Benigna, vermählt mit Michael Albrecht von Gaudekker aufBarniken; sie stirbt 1723.
2) Eufemia, vermählt mit von Czerwinski.
3) Appolonia, nähere Nachrichten fehlen.
4) Friedrich Ernst, geb. 1679.
Er ging in preussische Militärdienste und nahm hier im Jahre 1701 die Charge eines Junkers imRegiment von Holnstein ein. Am 16. März 1705 erfolgte seine Beförderung zum Lieutenant, am
*) Saadau liegt im Kreise Orteisburg in Ostpreussen.