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1365. XI. Markgraf Otto ertheilt dem Nicolaus von Ertmersdorff das Angefälle der Güter Heinrich's vonWedeil, namentlich der Stadt Schildberg und der Dörfer Golzow, Kerkow und Rufen im Jahre 1365.
In allen diesen Urkunden tritt Heinrich v. G. im Gefolge der Markgrafen auf, gewöhnlich mit derBezeichnung „unser cammermeister". Woher er stammt, lässt sich nicht feststellen. Betrachtet man diein Beilage 1 angeführten alten Stammbäume, die allerdings sonst nicht als unbedingt glaubwürdig hin-gestellt werden können, so findet man in No. 3, VI ebenfalls einen Heinrich au G. aufgeführt, welcher,dem Zeitalter nach, identisch mit Obigem sein könnte. Er soll nach dem Stammbaum CatharinaNebelin aus der Mark zur Frau gehabt haben; vielleicht ist statt „Nebelin" „Döbelin" zu setzen, einName, der damals in der Mark verbreitet war, s. oben angeführte Urkunde VII.
Vergebens sucht man in alten Büchern bezAv. in Urkunden, tvelche specieli die Neumark betreffen,nach dem Familiennamen \ r . Gottberg, noch weniger sind Personen dieses Namens als Besitzer des gleich-namigen Dorfs in der Neumark genannt. Und doch ist dies Dorf entschieden eins der alten Stammgüterder „Gottberge", wenn auch vielleicht jüngeren Datums, tvie das vorerwähnte Dorf gleichen Namens inder Altmark. Schon das mit dem Rittmeister v. Bulgrin im Jahre 1615 aufgenommene Protokoll (sieheBeilage III) mag als Beweis hierfür gelten. Noch klarer und noch glaubwürdiger erscheint folgendeNiederschrift im Kirchenbuche des Dorfes Gottberg in der Neumark:
„Die ältesten Besitzer und Erbauer von Gottberg sind die Herren von Gottberg, die jetzt ihreGüter in Hinterpommern haben. Einer derselben, der herzoglich pommerscher Oberst war, hat das GutGottberg an einen Herrn von der Keule für 9000 fl. pfandschillingsweise Amrsetzt. Diese Herren von derKeule oder von Kühlen haben das Gut Gottberg an 300 Jahre besessen."*)
Da der letzte von Kühlen 1732 starb, so würde also, wenn ob. Nachricht richtig, das Dorf bis ca.1432 im Besitz der Familie v. G. gewesen sein. Jedenfalls gehört es thatsächlich im Jahre 1469 schonden „Kühlen's", denn unter den Bernstein'schen**), welche in diesem Jahre dem Kurfürsten***) huldigten,ist bereits „Kule to gotberghe" mit aufgeführt.
Auch ein Heinrich Brederlow wird hier mit aufgeführt; es scheinen also die Brederlow's nahe beiDorf Gottberg ansässig gewesen zu sein, so dass die Verbindungen von Gottberg's mit Brederlow's, wie siein den Stammbäumen angeführt werden, leicht möglich erscheinen. Ueber die Beziehungen, welche unsereFamilie in späteren Jahrhunderten wieder zu diesem Dorfe f) gewonnen, wird in Kapitel IX berichtet werden.
Es erübrigt schliesslich noch das Dorf Gottberg bei Neu-Ruppin zu erwähnen, welches 1478 demGrafen Lindow, später den Quitzow's gehörte, jetzt aber Bauerndorf ist. Irgendwelche Beziehungen deralten Familie von Gottberg zu diesem Dorfe lassen sich nicht feststellen, wennschon solche sicherbestanden haben.
III. Die alten bürgerlichen Familien Gottberg.
Multa renascuntur, quae jam cecidere,
cadentque quao nunc sunt in honore.
(Horaz.)
Im Personen-Register des Brandenburgischen Urkundenbuchs wird der Name Gottberg sowohlunter „Bürger und Einwohner" von Neu-Ruppin" wie unter Rathsfamilien erwähnt.
In den Urkunden werden folgende Personen des Namens genannt:
1) Johann G„ Hausbesitzer in Neu-Ruppin, wird 1360 und 65 genannt.
*) Diese Nachrichten sollen den Sucessions-Prozess-Akten zwischen den Herren von Kahlden und von Gottbergentnommen sein. Der Verbleib dieser Akten ist leider nicht zu ermitteln. Der betr. Prozess wurde in der zweiten Hälftevorigen Jahrhunderts geführt.
**) Bernstein, s. Zt. der Name einer Landschaft in der Neumark.
***) Markgraf Siegmund hatte im Jahre 1402 die Neumark für 140000 Gulden an den deutschen Orden verkauft,jedoch kaufte Friedrich II. von Brandenburg schon 1454 das Land wieder zurück.
f) Die alten Akten über das Dorf Gottberg, welche früher im Staatsarchiv in Berlin aufbewahrt wurden, sindleider kassirt worden.