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Nachzeichnimg von Vorlageblättern, wobei nur stets die einzelne Schü-lerin von dein Lehrer berücksichtigt werden konnte. Es war dabei nichtzu vermeiden, daß der kleinere begabtere Teil der Klasse dein andernweniger begabten Teil weit voraus eilte und manche Schülerin, zumalbei gefüllten Klassen, fast ganz leer ausging. Die neue Methode ver-wandelte nun für die 4 unteren Stufen den Einzelunterricht in Klassen-unterricht dergestalt, daß alle Schülerinnen das von dem Lehrer vorihren Augen auf der Zeichentafel entworfene, erläuterte, in großemMaßstabe ausgeführte Vorbild in verjüngtem Maßstabe nachzeichnetenund so in gemeinsamer Thätigkeit einem Ziele zusteuerten. Eine gleich-mäßigere Förderung der Gesamtmasse der Schülerinnen, ein für jedeKlasse fest bestimmtes Ziel und ein systematischer Stufengang bildetenvon mm an die Hauptmomente der Aufmerksamkeit des Lehrers. Eshat sich nun im Laufe der Zeit unzweideutig herausgestellt, daß dieauf diesem Wege vorgebildeten Schülerinnen für die oberen Stufen, ansdenen der individuellen Neigung und Befähigung der weiteste Spielraumgelassen wird, eine viel größere Befähigung mitbringen, als es bei den-jenigen Schülerinnen der Fall war, die nach der alten Methode unter-richtet wurden.
Welche Wichtigkeit die ästhetische Ausbildung des Weibes als ersteLeiterin und Erzieherin der Jugend hat, ist allgemein bekannt. Nichtweniger wichtig dürfte diese Ausbildung sich für das übrige Leben er-weisen. Es darf dies nicht verkannt werden in einer Zeit, wie dieunsere, in welcher alle einsichtigen Kreise es als dringende Notwendigkeitempfinden, durch Gründung geeigneter Anstalten auf eine erhöhte Ge-schmacksbildung der Jugend hinzuwirken, da nur durch eine solche diejunge Generation ausgerüstet und befähigt werden kann, für den, wieans künstlerischem, so auch auf industriellein Gebiete begonnenen, zwarfriedlichen aber sehr lebhaften Wettkampf zwischen den Nationen dieerforderlichen Kräfte zu erlangen.
Die Notwendigkeit höherer Geschmacksbildung bezieht sich indessennicht blos auf die männliche, sondern auch auf die weibliche Jugend,welche, da sie ja teilweise ebenfalls zu selbständigein Wirken bestimmtist, in diesen Kampf mit einzutreten hat, andernteils aber durch ihrespätere Lebensstellung berufen ist, bei allen Beschaffungen für eineanmutige und harmonische Gestaltung des häuslichen Lebens, im großenwie im kleinen, nicht blos mitzuwirken, sondern wohl gar ausschlaggebendzu bestimmen; Dinge, die vor allem anderen eine ästhetische Grundlage