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Zur Geschichte der Städtischen Luisenschule und der mit ihr verbundenen Lehrerinnenbildungsanstalt zu Düsseldorf : Festschrift zur Feier des fünfzigjährigen Bestehens der Anstalt am 30. Oktober 1887
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lichen Charakters zu erzeugen geeignet waren. Die im geselligen Treibender Mädchen so hervorragende Lust gemeinsamer Darstellungen wurdejetzt mit turnerischer Belebung verbunden und damit erzieherisch geleitetund geregelt. In richtiger Würdigung dieser vielverheißenden Einflüsseauf den Gesamtorganismus der Schule betraute die Schulverwaltungden städtischen Turnlehrer in Crefeld, Herrn Wilhelmi, mit der Errich-tung eines fakultativen Turnkursus in der Luisenschule, der in seinerWirkung auf die Gesamthaltung der Schülerinnen sich so heilsamerwies und daher bei den Eltern, die einer Turnprobe beizuwohneneingeladen waren, bald solchen Beifall fand, daß schon im Jahre 1871die Turnübungen als ein obligatorischer llnterrichtsgegenstand in denLehrplan der Schule organisch eingegliedert und dem nach Düsseldorf be-rufenen Turnlehrer, Herrn M. Eichelsheim, übertragen werden konnten.Doch nicht überall wurde dem Mädchenturnen ein gleiches Interesseentgegengebracht, an manchen Orten wurde es sogar als etwas Unweib-liches beiseite geschoben. Es sah sich daher der Herr Minister veranlaßt,durch ein besonderes Reskript aus dem Jahre 1876 die Schulbehördenaufzufordern, den Turnunterricht in den ihnen unterstellten höherenMädchenschulen thunlichst zu fördern, und eröffnete zugleich zur Aus-bildung geeigneter Lehrkräfte an der Centralturnhalle in Berlin einenKursus für Turnlehrerinnen,da letztere den Turnunterricht an Mädchen-schulen allein zweckmäßig erteilen könnten". Infolge dieser Verordnungwurde an Stelle des Herrn Eichelsheim, der bis dahin die Turn-übungen der Schülerinnen in der städtischen Turnhalle mit sehr gutemErfolg geleitet hatte, Frl. v. Heybowitz berufen, die, unterstützt durchFrl. Marie Große, noch jetzt die Turnübungen leitet.

Im Jahre 1869 wurde mit dem Eintritt des Herrn Kupferstecherund Maler Janssen als Zeichenlehrer der Anstalt eine neue Methodedes Zeichenunterrichts eingeführt. Das Zeichnen ist ein Mittel desIdeenaustausches bezüglich der Form und als solches von um so grö-ßerer Wichtigkeit, als es durch das gesprochene oder geschriebene Wortnur höchst unvollkommen oder gar nicht ersetzt werden kann. In dieserwichtigen Bedeutung verfolgt es als Unterrichtsgegenstand auf unserenSchulen den besonderen Zweck, hinsichtlich der Form den Schönheitssinnunserer Mädchen zu wecken und auszubilden.

Die Methode, nach welcher in der Luisenschule und bis dahin wohlin den meisten andern Mädchenschulen der Zeichenunterricht erteilt wurde,bestand von der untersten Stufe an einzig und allein in der mechanischen