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der Bildung zur Voraussetzung haben. Jedenfalls müssen alle unsereSchülerinnen durch die Entwickelung ihres Schönheitssinnes und Ge-schmackes in die Lage versetzt werden, die Erkenntnis dessen und dasUrteil darüber zu erlangen, was unser Volk vor dem Eindringen fremdenUngeschmackes schützen soll.
Zur Erreichung dieses Zieles hat im Zeichenunterricht neben demNachzeichnen schöner Vorbilder, auch als Ergänzung dieses Nachzeichnensein Veranschaulichen und Erklären klassischer Kunstwerke und hervor-ragender kunstindustrieller Erzeugnisse stattgefunden, und zwar würddieser erweiterte Unterricht in der Schule in der Weise erteilt, daßans den Blüteperioden der Kunst unter den verschiedenen Völkern Nach-nnd Abbildungen der Malerei, Bildhauerei und der Baukunst samt derOrnamentik von Hand zu Hand gingen und so zur Anschauung gebrachtwurden; gleichzeitig wurden Erklärungen dazu und kurze Notizen überden Entwickelungsgang dieser Erzeugnisse und den Charakter der Werkeder einzelnen Künstler zur Aufzeichnung gegeben.
Der Stoff wurde so verteilt, daß im ersten Jahre die Archi-tektur nebst der sich ihr anschließenden Ornamentik, im zweiten Jahredie beiden andern Künste, Malerei nnd Bildhauerei, dnrchgenommenwurden.
Indem so die Jugend gleichsam den Quellen näher geführt wird,denen unsere reinsten Begriffe von Schönheit in der Form, auf welchenja auch die Prinzipien des an der Schule gepflegten übrigen Zeichen-unterrichtes beruhen, entsprungen sind, wird damit ihre diesbezüglicheAusbildung, soweit es in den Rahmen der Anstalt paßt nnd es derenMittel gestatten, zum Abschlüsse gebracht.
Die glorreiche Erhebung des gesamten deutschen Volkes gegen dievon Frankreich geplante Knechtung und Unterdrückung des Vaterlandeshat, wie überall, so auch in der Luisenschule die lebhafteste und wärmsteTeilnahme und eine erhebende patriotische Begeisterung wachgerufen.Sie hat die ausziehenden Krieger, die sich in endlosen Scharen längsunserer Stadt über den Rheinstrom nach Frankreich ergossen, mit ihrenheißen Wünschen und Gebeten begleitet, hat tief mitempfunden die herbenVerluste und tief schmerzlich beklagt das viele teure vergossene Blntunserer Brüder nnd Söhne, hat aber auch mitgefeiert nnd mitgejubelt,als nach langem und schwerem Ringen der Feind endlich niedergeworfenund aus der Blntsaat die Herrlichkeit des neuen Reiches als köstliche
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