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Zur Geschichte der Städtischen Luisenschule und der mit ihr verbundenen Lehrerinnenbildungsanstalt zu Düsseldorf : Festschrift zur Feier des fünfzigjährigen Bestehens der Anstalt am 30. Oktober 1887
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fallen, besonders wenn man an die gcmütbildende Seite des Unterrichtsdenkt. Wenn man anch eine Schülerin bedauern möchte, in deren Geistniemals der logische, konsequente Gedankengang eines Mannes eingegriffenhat, so ist anderseits zu befürchten, daß unter einer bloß männlichenErziehung der weibliche Charakter derselben nicht zur rechten Entfaltunggelangen wird.

12. Parallel mit der Bildung der geistigen Kräfte ihrer Zöglingeerstrebt die Schule mit allen Mitteln die Pflege der gesund-heitlichen Entwickelung derselben, und um der Entfaltung derletzteren den größtmöglichen Vorschub zu leisten, legt sie den Schwer-punkt ihrer Lehrthätigkeit in den Unterricht selbst, um diehäuslichen Arbeiten auf ein Minimum zu beschränken. Die höchsteAufgabe, die die Schule in ihrer Wechselwirkung mit dem Hause sowohldurch die Kenntnisse, die sie mitteilt, als durch die Zucht, die sie übt,verfolgt, ist nach allem diesen, eine harmonische Bildung desHerzens und Geistes und damit zugleich die echte Blütewahrer Weiblichkeit zu erzeugen. Dieselbe direkt zu zeitigen,wäre vergebliche Liebesmühe; man nähre immerhin die Seele des Kindesmit allen gesunden Kulturelementen und lasse dasselbe sich erbauen anallem, was Natur, Kunst, Wissenschaft und Leben bietet, die geheim-nisvoll schaffende Kraft der Natur wird schon zur rechten Zeit dafürsorgen, daß der so gebotene Nahrnugsstoff sich in das Wesen echterWeiblichkeit umsetze.

Die erste Thätigkeit des neu eingeführten Direktors war auf dieNenorganisiernng der ihm anvertrauten Anstalt gerichtet. Es wurde zudiesem Zwecke ein neuer, den veränderten Verhältnissen entsprechenderLehrplan mit Zugrundelegung eines zehnjährigen Lehrkursus entworfen,eine neue Hausordnung festgestellt, und beides nach Anordnung desKuratoriums in dem Programm von 1864 veröffentlicht. Damit wardie Lnisenschule in die Reihe der vollständig organisierten höherenMädchenschulen eingetreten und konnte nun auch der gleich bei derBerufung des neuen Direktors in Aussicht genommenen Errichtung einerLehrerinnenbildungsanstalt näher treten. Nachdem der Organisativnsplanfür dieselbe von dem Direktor entworfen war und die Genehmigung derAufsichtsbehörde erhalten hatte, wurde mit Beginn des Schuljahres 1864