Druckschrift 
Zur Geschichte der Städtischen Luisenschule und der mit ihr verbundenen Lehrerinnenbildungsanstalt zu Düsseldorf : Festschrift zur Feier des fünfzigjährigen Bestehens der Anstalt am 30. Oktober 1887
Entstehung
Seite
25
Einzelbild herunterladen
 

den Namen Luisenschule führen werde. Er glanbe, so fügte er hinzu,im Namen aller Beteiligten zu sprechen, wenn er für diesen Akt könig-licher Gnade Ihrer Königlichen Hoheit der Frau Prinzessin den unter-thänigsten, tiefgefühltesten Dank aller Eltern darbringe und daran daserneute Gelübde unverbrüchlicher Treue und Anhänglichkeit an dasgeliebte Herrscherhaus sowie das freudige Gelöbnis des Lehrerkollegiumsknüpfe, durch treueste Pflege der seiner Obhut anvertrauten weiblichenJugend sich so hohen Vertrauens stets würdig zu erweisen.*) Und wiediese hohe Patenschaft geeignet war, von vornherein der jungen Anstalteine ehrenvolle Stellung nach außen zu verleihen, so fehlte es auch nichtan thatsächlichen Beweisen königlicher Huld und Freigebigkeit; denn esfinden sich in den Rechnungsablagen der Schule ans dieser Zeit nam-hafte Geldgeschenke seitens Ihrer Königlichen Hoheit aufgeführt, die derAnstalt, welche in der Beschaffung der Geldmittel ganz auf sich alleinangewiesen war, höchst willkommen waren. Sechzehn Jahre hat dieLuisenschule als Privatschule bestanden. Still und prunklos, aber ingewissenhafter Treue hat sie ihre Arbeit an den ihr anvertrauten Kindernausgerichtet. Viermal hat sie ihre Unterrichtsstätte, noch weit öfter ihrLchrerpersonal gewechselt. Nur einer ist ihr treu geblieben und hat beikärglichem Lohn seine beste und letzte Kraft ihr gewidmet, das ist HerrBend er. Die Schnlverwaltung, insbesondere die Führung der Kassen-geschäfte, die Berufung und Anstellung der Lehrkräfte, die Überwachungdes Unterrichts sowie die Vertretung der Schule gegenüber der städtischenSchulkommission und der Königlichen Regierung war einem Kuratoriumanvertraut, dem lange Jahre die Herren Regiernngsräte Sack und Alt-gelt, Pastor Spies, Divisionsprediger Thielen und der Konsistorial-rat v. Oven angehörten, und das sich durch Kooptation aus denReihen der Eltern ergänzte. Vor allen hat Herr Regierungsrat Alt-

*) Der Stiftungstag der Schule, der 3V. Oktober, zugleich der GeburtstagIhrer Königlichen Hoheit der Frau Prinzessin Friedrich, der hohen Protektorin derAnstalt, wurde nun ähnlich wie der Geburtstag Seiner Majestät des Königs alspatriotischer Festtag alljährlich in der Schule durch Gesang, Nede und Gebetfestlich begangen, wobei der Schule ein und zwanzigmal die hohe Auszeichnungzu teil wurde, Seine Königliche Hoheit den Prinzen Alexander von Preußen inihrer Mitte als Vertreter der erlauchten Mutter begrüßen zu dürfen. Da diehohe Frau bei dieser Gelegenheit stets sämtliche Kinder in den Räumen der Schulefestlich bewirten ließ, so knüpfen sich an die Feier des Geburtsfestes Ihrer König-lichen Hoheit bis auf den heutigen Tag seitens der Schülerinnen die freudigstenund süßesten Erinnerungen.