Druckschrift 
Zur Geschichte der Städtischen Luisenschule und der mit ihr verbundenen Lehrerinnenbildungsanstalt zu Düsseldorf : Festschrift zur Feier des fünfzigjährigen Bestehens der Anstalt am 30. Oktober 1887
Entstehung
Seite
20
Einzelbild herunterladen
 

20

Defizit im Schuletat aus Gemeindemitteln zu decken. An diesemWiderspruch scheiterte daher einstweilen das Bestreben der Schnl-interessenten, die Gemeinde als Patron der Anstalt zu gewinnen unddieser einen öffentlichen Charakter aufzuprägen. Die Repräsentationerklärte sich gern bereit, die Aufsicht über die Schule zu führen, hieltsich aber nicht für berechtigt und verpflichtet, Ausgaben für Schulzweckeauf den Kultusetat zu übernehmen. Es dauerte demnach der privateCharakter der Schule fort, bis dieselbe endlich im Jahre 1854 definitivin den Besitz der Gemeinde überging. Wir werden auf diesen wichtigenAbschluß noch zurückkommen.

Diese Unterhandlungen des Kuratoriums mit der evangelischenGemeindevertretung über das Patronat der Schule hatten indessen dieWeiterentwickelnng derselben keineswegs beeinträchtigt. Nachdem imJuni und Juli die Aufnahme und Prüfung der angemeldeten Schüle-rinnen stattgefunden hatte und in einem vorbereitenden Kursus die-jenigen Schülerinnen, die noch Lücken in ihrem Wissen hatten, unter-wiesen worden waren, wurde die neue Anstalt am 30. Oktober 1837mit 49 Schülerinnen, die in drei getrennten Klassen unterrichtet werdensollten, durch einen feierlichen Akt eröffnet. Das Lehrpersonal bildetenHerr Bender, Herr Garnisonprediger Monjs, Herr Kandidat Holt-hausen und Frl. von Erkelenz. Als Grundlage für den Unterrichtdiente der schon früher erwähnte Lehrplan von Herrn RegiernngsratAlt gelt. Da derselbe sehr geeignet ist, uns sowohl von dem Geiste, indem die Schule geführt, als auch von den Lehrzielen, die in denzugelassenen Lehrgegenständen erstrebt wurden, eine deutliche Vorstellungzu geben, so erlaube ich mir denselben in den wesentlichsten Punktenmitzuteilen.

Organisationsplan einer höheren Töchterschule.

Z. 1. Die höhere Töchterschule soll den Elementarunterrichtnach streng wissenschaftlicher Methode wiederholen und die Schul-bildung der ihr anvertrauten Töchter mit vorherrschender Beach-tung des erziehlichen Momentes vollenden.

§. 2. Sie besteht aus drei Klassen, deren erste bei zuneh-mender Frequenz in zwei Abteilungen gebracht wird.

Z. 3. Sie befolgt das Klasfensystem und läßt in demwissenschaftlichen Unterrichte weder Versetzungen nach einzelnenFächern, noch Dispensationen von einzelnen Stunden zu.