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Zur Geschichte der Städtischen Luisenschule und der mit ihr verbundenen Lehrerinnenbildungsanstalt zu Düsseldorf : Festschrift zur Feier des fünfzigjährigen Bestehens der Anstalt am 30. Oktober 1887
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versuchten. In Städten mit vorwiegend katholischer Bevölkerung über-nahmen geistliche Schulschwestern die Erziehung der weiblichen Jugend:an andern Orten nahm, um den Mädchenunterricht der Willkür derPrivatkonkurrenz zu entziehen, der Kirchenvorstand der evangelischenGemeinde die Sache in die Hand und begründete Anstalten mit aus-gesprochener konfessioneller Färbung und Benennung, ohne darumAngehörige anderer Bekenntnisse auszuschließen; endlich that sich einKreis wohlmeinender und einsichtsvoller Männer zusammen, um zu Nutzund Frommen ihrer Töchter eine Bildungsanstalt zu begründen und imNotfall für deren Bedürfnisse aufzukommen; dem sachverständigen Leitertrat dann ein aus dem Kreise der Schulinteressenten gewählter Ver-waltungsrat zur Seite. So hätten wir denn etwa vier Hauptformenvon Mädchenanstalten öffentlichen Gepräges: die städtische Schule, diekatholische Schwestern-, die evangelische Gemeindeschule und endlich dievon den hauptsächlichen Interessenten verwaltete Kuratoriumsschule."*)Zu diesen vier Kategorieen von Mädchenschulen gesellte sich nun dieweit überwiegende Zahl von Privatanstalten, die von Gouvernanten,Elementarlehrern oder Theologen geleitet wurden. Wenn nun gleichnicht verkannt werden soll, daß auch in diesen letzteren Schulen imganzen fleißig und gewissenhaft gearbeitet wurde, so läßt sich auch aufder andern Seite nicht leugnen, daß sich viele Unberufene zu diesemErziehungsgeschäft der Mädchen hinzudrängten, daßder Dilettantismusund das Privatinteresse sich breit machten" und bei der Verkennungeines dem wahren Wesen der weiblichen Jugend entsprechenden Bildungs-ideals arge Mißgriffe platzgriffen, die den nicht unverdienten Spotteinsichtsvoller Männer wachriefen und das höhere Mädchenschülwesen inschlimmen Mißkredit brachten.Man klagte über die halbe Bildungund Verbildung, die Äußerlichkeit und falsche Sentimentalität, zuwelcher die Mädchen erzogen würden, sowie, daß die in diesen Schulengebotene Bildung weder für den künstigen Hausfranenberuf noch auchfür irgend eine erwerbende Lebensthätigkeit vorbereitete." Das Grund-übel, an dem das ganze Mädchenschulwesen krankte, war der Mangeleines einheitlichen, dem wahren Wesen der Mädchenbildung entsprechendenNormallehrplans. Man erwartete von vielen Seiten, der Staat werdehier bestimmend eingreifen und gesetzliche Normen für das höhereMädchenschülwesen schaffen, wie dies längst für die höheren Knaben-

*) Buchner, Gegenwart und Zukunft der höheren Mädchenschule.