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Korporationen höhere Bildungsstätten für die Erziehung der weiblichenJugend errichtet. Der Antrieb solches löblichen Wetteifers war jedochnicht ein bloßes Billigkeitsgcfühl; es fiel zusammen mit dem nach derAbschüttclung des fremdländischen Joches in Deutschland wieder zurhellen Flamme auflodernden nationalen Bewußtsein, das deutlicherkannte, daß, wenn ein neues lebenskräftiges Geschlecht als Hortnationaler Gesinnung aufwachsen solle, man vor allem das Weib pflegenmüsse, das als des Hauses Priesterin dieses neue Lebensprinzip alslebenskräftigen Keim in die Seele des heranwachsenden Geschlechtes zupflanzen habe. Und während in der Zeit des fremden Drucks Fichtedie einzige verzweifelte Rettung der Nation darin erblickte, „daß mandas künftige Geschlecht, noch ehe es zum Bewußtsein erwacht, aus dersittlich verpesteten Atmosphäre der Gegenwart flüchte, daß inan es ansdem von dieser schon angesteckten Arm der Mutter wegreiße und ingroßen pädagogischen Bewahranstalten sich bilden lasse", — so wollteman jetzt gerade eine bessere Zukunft aus dem Arm der Mutter erwartenund drang daher darauf, daß man vor allem das Weib bilde, damitsich das Volk bilden könne. Langsam jedoch und auf mancherleiUmwegen hat sich die Mädchenschule zu ihrer jetzigen Stellung empor-gearbeitet. Darf uns das Wunder nehmen? Wenn unsere Gymnasien,an deren Organisation die edelsten Geister Jahrhunderte lang gearbeitethaben, auch heute noch nicht von sich rühmen können, daß das Zielihres Strebens vollkommen erreicht ist, und sie der bessernden Handentraten könnten, soll da mit Billigkeit erwartet werden können, daß dieBildungsstätte der weiblichen Jugend, ein Ban, dessen Grundstein erstvor verhältnismäßig kurzer Zeit gelegt ist, und zu dem jetzt von allenSeiten die Bausteine mit liebevollem Eifer hcrbeigetragen werden, schonin seiner Vollendung vor uns stehe? Ist etwa die Aufgabe, welche dieErziehung und Bildung der weiblichen Jugend im Auge hat, leichterzu lösen als die für Knabenschulen? Wird nicht erstere eine um sosorgfältigere Pflege in Anspruch nehmen, als der zarte mehr nach innengekehrte Charakter des Weibes sich der äußeren Beobachtung entzieht?Es war daher nicht zu verwundern, daß in der Organisation derzahlreich emporsprießenden weiblichen Bildungsanstalten eine wahrhaftverwirrende Mannigfaltigkeit sich kundgab. „In größeren Städtenentstanden Gemeindeschulen, die durch Erweiterung des Lehrziels derElementarschulen, namentlich durch Einführung des fremdsprachlichenUnterrichts dem neu erwachten Bildungsbedürfnisse gerecht zu werden
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