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Zur Geschichte der Städtischen Luisenschule und der mit ihr verbundenen Lehrerinnenbildungsanstalt zu Düsseldorf : Festschrift zur Feier des fünfzigjährigen Bestehens der Anstalt am 30. Oktober 1887
Entstehung
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französische Bildung den Aufschwung der deutschen Erziehung in denMädchenschulen. Alle Anstalten für diese wurden allmählich nach fran-zösischem Muster eingerichtet. Französische Sprache, französische Literaturund Mythologie bildeten die Hauptunterrichtsfächer, und der protösssurlls Zraoo und der maitrs els clarms vollendeten die dort geboteneBildung. Es ist begreiflich, daß die Pflege des deutschen Geistes undheimischer Sitte in solchen Anstalten keine Stätte finden konnte, daßdiese vielmehr die Hochschulen der Eitelkeit und Gefallsucht wurden undin ihnen jene Verbildung großgezogen wurde, die weit entfernt, Geistund Herz der Mädchen zu veredeln, bei innerer Hohlheit nur durch eineschillernde Außenseite zu bestechen suchte. Alle diese Anstalten, in denenso in vorwiegend undeutscher Weise die Töchter der gebildeten Ständeerzogen wurden, waren fast ausnahmslos in den Händen von Privat-personen, und während der Staat für die Erziehung und Bildung dermännlichen Jugend seit Jahrhunderten höhere Unterrichtsanstalten ge-schaffen hatte und mit Aufwendung nicht unbedeutender Mittel unterhielt,hatte sich das Mädchenschulwesen, soweit es eine über die Elementar-schulen hinausgehende Bildung erstrebte, gar wenig seiner sürsorgendenPflege zu erfreuen. Selbst die Schulgesetzgebung, wie sie in den erstenDecennien dieses Jahrhunderts hervortrat, ist bei der Nichtberücksichtigungdes weiblichen Schulunterrichts offenbar von der Ueberzeugung aus-gegangen, daß die Erziehung der weiblichen Jugend vorzugsweise derFamilie angehöre, und daß, wenn die Bildung der Mädchen etwa inbesonderen Schulen erstrebt werden sollte, sie höchstens durch die Auf-nahme einer fremden Sprache über die Elementarschulbildung hinaus-gehen werde, und stellte daher diese Art von Schulen in eine Klaffemit den Elementarschulen.

Als die Blütezeit der zweiten klassischen Nationalliteratur sich ent-faltete und edle geistige Früchte zeitigte, da war es, als ob die Nationden unbewußten Drang empfinde, an der Erhebung der Geister, wiesolche durch Klopstock und Herder begonnen und durch Goethe undSchiller vollendet wurde, auch das heranwachsende weibliche Geschlechtteilnehmen zu lassen. DasEhret die Frauen, sie flechten und webenhimmlische Rosen fürs irdische Leben" war nicht vergeblich erklungen:das zunehmende und sich vertiefende Bildungsbedürfnis verfehltenicht, ein reges Streben wachzurufen, auch den Ansprüchen desweiblichen Geschlechts auf dem Gebiete des Schulwesens gerecht zuwerden. Ueberall wurden von den größeren Städten oder sonstigen