Astronomie. Cap. XII
Flocken scheinen an ihrem Saume an einer Menge vonkleinen Sternen zu hangen, besonders aber an einemHauptsterne (in der Figur unter dem Nebel befindlich,)welcher von einer nebligen Atmosphäre von beträchtlicherAusdehnung und sonderbarer Gestalt umhüllt ist. EinigeAstronomen haben aus einer Bergleichung dieses Nebelsmir den Zeichnungen, welche der Entdecker desselben,Huyghens, von ihm gegeben hat, den Schluß gezogen,daß seine Gestalt merkliche Veränderungen erfahren habe.Wenn wir aber bedenken, wie schwierig es ist, einen sol-chen Gegenstand genau nachzubilden, und wie ganzlichverschieden er sich, selbst in dem nämlichen Fernrohre, jenach dem Grade der Durchsichtigkeit der Luft, oder derEinwirkung anderer temporären Ursachen, zeigen kann,so werden wir gern zugeben, daß wir für eine solcheAeranoi,'ung. der Gestalt des Nebels durchaus keinensichern Beweis haben.
620) In Fig. s Pl. 2 ist ein Nebelfleck von einerganz verschiedenen Art dargestellt. Das Original dieserFigur findet sich in dem Sternbilde der Andromcda inder Nähe des Sterns v. Man kann ihn mit freiemAuge sehen, und er wird von denen, die mit dem gestirn-ten Himmel nicht vertraut sind, immer für einen Kome-ten gehalten. Simon Marius, der ihn im Jahre4612 bemerkte, vergleicht ihn mit einem Lichte, welchesman durch Horn sieht, und dieser Vergleich ist nicht un-passend. Seine Gestalt ist die eines ziemlich langenOvals, dessen Helligkeit, von den Rändern an, zuerst insehr langsamen, unmcrklichen Abstufungen, zulezt abermit schnelleren Schritten, bis zu einem Centralpunkteanwachst, der, obgleich viel Heller, als der übrige Nebel,doch augenscheinlich durchaus nichts sternartiges bcsizt,sondern nur eine Nebclmasse in einem weit mehr verdich-teten Zustande ist. Man sieht in diesem Nebelflecke einigekleine Sterne, aber diese stehen offenbar nur durch Zu-fall darin, und der Nebel selbst bietet in seinem Ansehnauch nicht das Geringste dar, wodurch man auf den Ge-danken kommen konnte, daß er aus Sternen bestehe. Erhat übrigens eine beträchtliche Größe, indem er fast einenhalben Grad lang, und 15 bis 20 Minuten breit ist.