Eigene Bewegung der Fixsterne. Hgg
schrieben. Gewiß wird Niemand, der die Sachs reiflichüberlegt, geneigt seyn, die hohe Wahrscheinlichkeit, jaselbst Gewißheit, in Abrede zu stellen, daß die Sonneeine eigene Bewegung nach irgend einer Richtungbcsizt; und die nothwendige Folge einer solchen Bewe-gung, an der die übrigen Fixsterne nicht Theil nehmen,muß seyn, daß diese sämmtlich eine allgemeine, scheinbareTendenz erhalten, langsam gegen den verschwindendenPunkt von Linien, die mit jener Richtung parallel lau-sen, und zwar nach der Gegend hin fortzurücken, welchedie Sonne verläßt. Dieses muß nach den Gcsczen derPcrspective stattfinden, und wir würden demnach unstrei-tig durch Beobachtungen eine solche Bewegung der Sonneentdecken können, wenn wir von den scheinbaren eigenenBewegungen sämmtlicher Fixsterne selbst eine genaueKenntniß hatten, und wenn wir gewiß wüßten, daß dieseBewegungen von einander unabhängig sind, d. h. daßnicht das ganze Firmament, oder wenigstens die Gesammt-massc der Sterne, die sich in unserer Nähe befinden,durch eine gemeinsame Bewegung nach einer und dersel-ben Richtung fortgeführt wird, als Folge von unbekann-ten Processen und langsamen Neranderungen, die in derSterncnschichtc, zu welcher unser Sonncnsnstcm gehört,vor sich gehen können, etwa so, wie wir Staubchen ineinem Luststrome fortschwimmen und dabei fast dieselberelative Lage zu einander behalten sehen. Aber es scheintgegenwärtig die allgemeine Ansicht der Astronomen zuseyn, daß chre Wissenschaft noch nicht reif genug ist, umzu sicheren Schlüssen in Bezug auf diesen Gegenstand,in dem einen öder dem andern Sinne, schon jezt die er-forderlichen Data zu liefern. Inzwischen ist der König-liche Astronom, Herr Pond, auf die sehr sinnreiche Ideeverfallen, daß eine Bewegung der Sonne, wenn siewirklich existirt und eine Schnelligkeit bcsizt, die mit derdes Lichtes überhaupt vergleichbar ist, nothwendig eineS o l a r a b e r r a t i o n hervorbringen muß, in derenFolge wir die Fixsterne nicht so an der Oberfläche desHimmels vertheilt sehen, wie sie es in der Wirklichkeitsind, sondern mehr zusammengedrängt nach der Gegendhin, welche die Sonne verläßt, und weniger dicht nach