Von dcr Ebbe und Flitth.
wenn eine GlcichgewichtSform erreicht werden könnte.Run betragen jene beziehungsweise etwa 5 und 2 Fuji,so daß iin Durchschnitt die hohe Fluth sich zur niedrigenverhalten wird, ungefähr wie 7 zu 3.
551) Eine andere Wirkung des Umstandcs, daß diebeiden, vom Monde und von der Sonne abhängigenFluthen sich mit einander verbinden, ist die Beschleu-nigung und Verspätung der Fluthen. Wäre derMond allein vorhanden, und bewegte er sich in dcr Ebenedes Acguators, so würde dcr Fluthtag (d. h. die Zwi-schenzeit, welche verfließt, bis dcr nämliche Scheitel derFluthwoge zu derselben Stelle dcr Eidoberfläche zurück-kehrt) dem MondStagc (Art- ltt>) gleich seyn, der auSdcr Verbindung dcr "täglichen Umdrehung der Erde umihre Axc mit dem Fortrücken des Mondes gegen die Fix-sterne entspringt. Eben so würde, wenn die Sonne alleincxistirtc und sich beständig im Aeguator bewegte, dcrFluthtag dem mittlern Sonnentage gleich seyn. Dcrwirkliche Fluthtag, oder die Zwischenzeit zwischen zweiauf einander folgenden FluthmariiniS, welche sich ausdcr Vereinigung der beiden Separatfluthcn ergeben, wirdmithin, je nachdem diese auf eine Eoincidcnz zugehen odervon ihr herkommen, veränderlich seyn, weil, wenn dieScheitel der beiden Wogen nicht zusammenfallen, dasMaximum dcr vereinigten Höhe dcr leztern an einemzwischen jenen Scheiteln liegenden Punkte stattfindenwird. Diese Verschiedenheit in den Längen dcr auf ein-ander folgenden Fluthtage macht sich besonders um dieZeiten des Neu- und Vollmonde? bemcrklich.
532) Von einer ganz andern Ursache rührt aber dcrUnterschied her, der in einem jeden Hafen zwischen demMomente der Ebbe und Fluth und demjenigen dcr Eul-mination dcS Mondes und dcr Sonne, oder demjenigendeS theoretischen MaximumS der vereinigten Höhe derbeiden Fluthwogcn, stattfindet, und welchen man daSEtablissement jenes Hafens oder die H a fe n z ei rnennt. Besäße daS Wasser keine Trägheit, und hättees nicht allerhand Hindernisse zu überwinden, wie z, B.die Reibung am MeercSbcttc, die Länge und geringeWeile mancher Kanäle, durch welche die Fluthwoge sich