Zgg Astronomie. Cap. Xt
Präccssion auf das innigste mit einander verdundcn, odervielmehr, daß beide die wesentlichen Bestandtheile einerund bei selben Erscheinung sind. Es wird kaum nöthigseyn, zu bemerken, daß durch eine strenge Auflösung die-ses großen Problemes, bei genauer Berechnung aller in-fluircndcn Kräfte und Summirung ihrer dynamischenWirkungen/) für die Ccmsicicnten der Präccssion undNutation ganz die nämlichen Werthe erhalten werden,weiche sich auS den Beobachtungen für dieselben ergeben.Die Antheile, welche die Sonne und der Mond an derallgemeinen Praccssion der Nachtgleichcn haben, d. h- die-jenigen Theile derselben, welche der Zeit proportionalsind, verhalten sich zu einander ungefähr wie 2 zu 5.
5>26) In der Nutation der Erdaxc haben wir einBeispiel (das erste dieser Art, welches sich uns darbietet)von der periodischen Bewegung eines Theils eines Sy-stems, welche bei einem andern Theile desselben eine Be-wegung hervorbringt, deren Periode genau von der näm-lichen Dauer ist, wie bei jenem Theile. Die Bewegungder Mondsknotcn wird hier, wie wir sehen, wenn gleichunter ganz verschiedener Form, doch der Dauer ihrerPeriode nach, genau dargestellt durch eine von ihr ab-hängige oscillatorischc Bewegung der ganzen Erdmasse.Wir dürfen hier die Gelegenheit nicht vorübergehen las-sen, das Princip, auf welchem dieses Resultat beruht, zugeneralisiern, da wir dasselbe in jedem Theile der Physi-schen Astronomie, ja selbst in jedem Zweige der Nalur-wisseuschaft, durch unzählige Beispiele bestätigt findenwerden. Man kann cS „das Princip der abhän-gigen Oscillationen oder der abhängigen Vi-brationen" nennen, und folgendermaßen allgemeinausdrücken: —
Wenn in irgend einem Kürpcrsystcme ,dessen einzelne Theile entweder durch mate-rielle Bande oder durch ihre wechselseitigenAnziehungen mit einander in Verbindungstehen, einer dieser Theile durch irgend eine,entweder in der Einrichtung des Systems
') Siehe Prof. Au-v'^ K.wIicmicUcal Ir-cots, zweite Au-gabc y> 200 ff