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Die Lehren der Astronomie
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Vom Saturn und seincn Ringen.

also an, daß dcr Planet durch irgend eine Ursache eineauch noch so wenig excentrische Lage in dein Ringe er-halte, so ist das Sueben ihrer gegenseitigen Schwerkraftnicht dahin gerichtet, diese Ercentricität wieder zu bcsci-tigcn, sondern vielmehr, sie immer zu vergrößern, bis dienächsten Theile dcS Ringes und Planeten zusammenkom-men. (Siehe Cap. ti). Nun finden sich äußere Kräfte,welche im Stande sind, eine solche Ercentricität zu be-wirken, in den Anziehungen dcr Trabanten, wie wir inEap. tt sehen werden; damit aber das System stabilsey und in sich selbst das Vermögen besitze, den erstenEinwirkungen cineS solchen, anfanglich noch schwachen,Strebcns durch eine entgegengesetzte oder erhaltende KraftWiderstand zu leisten, ist es, wie man gezeigt hat, hin-reichend, anzunehmen, daß die Ringe an irgend einemTheile ihres Umfanges etwas mehr belastet sind, ent-weder durch eine geringe Ungleichheit in dcr Dicke, oderdadurch, daß einige Theile dichter sind, als andere. Einesolche größere Belastung an irgend einer Stelle würdedem ganzen Ringe gewissermaßen den Eharacter einesschweren und trägen Trabanten geben, dcr mit einer ge-wissen Kraft, welche hinreichend ist, kleine Ursachen derStörung zu überwinden, sich selbst in seiner Bahn er-halt; und sie würde hiernach bewirken, daß dcr Mittel-punkt des Ringes dcr allgemeine mittlere Untcrsiützungs-punkt für denselben bleibt. Wenn wir aber auch dieExistenz einer derartigen Belastung (für welche wir imGanzen keinen Beweis haben) nicht voraussetzen, unddamit also die allgemeine Unbeständigkeit des Gleichge-wichtes in ihrem vollen Umfange einräumen, so läßt sichdoch, wie wir glauben, in dem periodischen Charakter al-ler Ursachen der Störung eine hinlängliche Bürgschaftfür die Erhaltung desselben finden. Um sich von einersolchen Erhaltung des Gleichgewichtes bei einem bestän-digen Streben, dasselbe aufzuheben, einen allgemeinenBegriff zu machen, scheint uns zur Erläuterung keinGleichniß geeigneter zu seyn, als die Art und Weise, wieeine geübte Hand eine lange Stange auf dem Fingerdurch eine beständige und fast unmerklichc Veränderungdes UntcrstützungspunktcS in senkrechter Stellung erhalt.