238 Astronomie. vap. V.
Erklärung hat Sir William Herschel«) gegeben,welcher annimmt, daß die leuchtenden Schichten derAtmosphäre hoch über dem Niveau des festen Körpersvon einein durchsichtigen elastischen Medium getragenwerden, welches ans seiner Oberstäche (oder viel-mehr, um den vorigen Einwnrf zu vermeiden, etwaSbetrachtlich unter seiner Oberfläche) eineWolkenschicht trägt, die von oben stark erleuchtet wird,einen beträchtlichen Theil dieses Lichtes nach uns restec-tirt und einen Halbschatten bildet, während der von denWolken beschattete feste Körper kein Licht zurückwirft.Die jedesmalige Entfernung beider Schichten, der obernaber noch mehr als der untern, wird, wie er annimmt,durch mächtige, aufwärts gehende Strömungen der At-mosphäre bewirkt, die vielleicht durch Luftlöcher imKörper, oder durch örtliche Agitationen erzengt werden.Siehe Fig. 1. 3, 1-,5. Ill-
333) Die Region der Flecke beschränkt sich unge-fähr ans 30° zu beiden Seiten des Sonnenäqnators,und ans ihrer Bewegung ans der Oberfläche, welchemit Mikrometern sorgfaltig gemessen worden ist, hatman die Lage dieses Aegnators bestimmt, dessen Ebeneum 7" 20' gegen die Ekliptik geneigt ist, und die ley-tere in einer Linie schneidet, deren Richtung mit derje-nigen der Nachtgleichen einen Winkel von 80° 21' bil-det. Man hat auch bemerkt (wie wir glauben, nichtohne große Nothwendigkeit fernerer Bestätigung), daßerloschene Flecke nach langen Zeiträumen wieder ganzan denselben Stellen der Sonnenkngel entstanden seyen.Unsere Kenntniß der Rotationsperiode der Sonne (wel-che nach Delambre's Rechnungen LZ,01134 Tagebetragt, aber nach Anderen merklich anders ist) kannindessen schwerlich als hinlänglich genau betrachtet wer-den, um einen so subtilen Punkt mit aller Scharfe fest-zustellen.
334) Daß die Temperatur auf der sichtbaren Ober-fläche der Sonne nur eine sehr hohe seyn könne, und
kNilosopIiicsl 1rsnsiwtion5