Astronomie.
Eah. V.
Sonne in einem der Brennpunkte dieser Ellipse nnneh-men, von wo uuS sie ruhig nach allen Seiten Licht
hlicirt. Diese scheinbare jährliche Kreisbewegung der Fix-sterne könnte nicht stattfinden, wenn die Erde, von welcheraus wir die Sterne beobachten, i» Ruhe wäre, und dagegendie Sonne sich während cineS Jahres um die Erde bewegte,indem sie ja eben, nach der i» den oben angeführten Arti-keln gegebenen Erläuterung, in der Bereinigung derFortbewegung unseres Auges, also der Erde, mit dem Laufedes Lichtstrahls ihren Grund hat. Gäbe cS keine Aberra-tion, so würde man daraus schließen können, entweder,daß die Erde sich in absoluter Ruhe befinde, oder, daß dieSchnelligkeit des Lichtstrahles im -Vergleich zur Geschwindig-keit der Erdbewegung unendlich groß seh. Da aber die Ab-erration in der vorhin angegebene» Art und Weise vorHanden ist, so folgt daraus unwidersprechlich, daß die Erdeeinen jährlichen Kreislauf (und zwar augenscheinlich um dieSonne) vollbringe, und daß die Schnelligkeit des Lichtstrah-les zur Geschwindigkeit der Erdbewegung in einem endlichenVerhältnisse stehe, welch letzteres sich ans der Größe derAberrationsellipsc crgiebt, woraus alsdann auch, da dieGeschwindigkeit der Erdbewegung bekannt ist, die wirklicheGeschwindigkeit des Lichtstrahls hergeleitet werden kann.Wäre man vor ein haar Jahrhunderte» im Besitze solcherInstrumente gewesen, mit denen man die jährliche Abcrra-tionscllipse der Firsterne mit Sicherheit hätte beobachte»können, so wurden also damalige» Streitigkeiten über dieBewegung oder Nichtbcwcgung der Erde um die Sonne miteincmmale entschieden gewesen sehn; in der jährlichen Kreis-bewegung eines sehr nahe am Pole der Ekliptik gelegenenFirsterns hätte man sogleich ein treues Bild der von derErde alljährlich um die Sonne beschriebenen Bahn gehabt. —So wie die jährliche Bewegung der Erde um die Sonne diejährliche Aberration der Firsterne erzeugt, so entsteht, nachden nämlichen Grundsätze», auch aus der taglichen Umdre-hung der Erde um ihre Are noch eine andere Aberration,die man die tägliche Aberration nennt, und welcheam Aequator, wo die Punkte auf der Erdoberfläche sich amschnellsten im Raume fortbewegen, offenbar am größte» ist.Da indessen diese Notationsgcschwindigkeit der Punkte aufder Oberfläche der Erde bei weitem (unter dem Aequatorselbst etwa stZmal) kleiner ist, als die Geschwindigkeit derjährlichen Bewegung der Erde um die Sonne, so bringt ihreVerbindung mit der Schnelligkeit des Lichtstrahls, für Orteunter dem Aequator, nur eine Aberrationsellipsc von ll/it)Secunde Durchmesser, also fast gar keine scheinbare Orts-