Astronomie.
Kap. IV.
wenigsten einein Fehler oder einer Veränderlichkeit unter-worfen sind.
3) Daß alle Beobachtungen systematisch, in regel-mäßiger Aufeinanderfolge und mit gleichen Vortheilen,angestellt werde» können, indem hier nicht von vortheil-haften oder nnvortheilhaften Dreiecken u. f. w. die Redeseyn kann. Und endlich
4) Daß bei diesem Verfahren gerade diejenigenQuantitäten, die man sonst erst durch lange und mnh-same Operationen der fphärifchen Trigonometrie zu be-rechnen hat, nnd die zur Verfertigung eines Sternvcr-zeichnisscs wesentlich nothwendig sind, durch die unmit-telbare Messung gefunden werden. Es braucht deshalbkaum bemerkt zu werden, daß dieses das von den Astro-nomen angewendete Verfahren ist.
L44) Um die gerade Aufsteigung eines Sternes zubestimmen, ist nichts weiter erforderlich, als den Augen-blick seiner Culminativn mittelst eines Mittagsfernrvhresan einer Uhr zu beobachten, welche genau nach Stern-zeit regnlirt ist, oder auf dieselbe durch gehörige An-bringung ihres Fehlers und Ganges redueirt wird. DenGang der Uhr kann man auSmitteln durch wiederholteBeobachtungen desselben Sternes bei mehrern auf ein-ander folgenden Cnlnunationen. Um aber den Fehlerzu erfahren, muß man den N a cd tg le i ch e n p u n kt,oder den Anfangspunkt kennen, von welchem aus allegeraden Aufsteigungen am Himmel gezählt werden, sowie man auch die langen auf der Erde von cin.'m erstenMeridiane an rechnet.
L45) Die Natur dieses Punktes soll sogleich erklärt wer-den : aber für die Zwecke der Uranographie, infoweit sie mirdie wirklichen Stellungen der Sterne unter sich betref-fen, ist eine Kenntniß des Nachtgleichenpnnktes nichterforderlich. Die Wahl des Nachtgleichenpnnktes zu einemNullpunkte der geraden Aufsteigungen ist ganz nnd gareine Sache der Kunst, und beruht blos auf Ueberein-kommen ; so wie man auf der Erde irgend einen Stand-punkt, z. B. die Sternwarte eines Landes, als Anfangder Längen wählen kann, so kann man auch in der Ura-nographie irgend einen glänzenden Stern als Anfangs-