Astronomie.
Cap. II.
gebrauchlich. Die Sanduhren sind ein plumpes undrohes Mittel, um bestimmte Zeittheile zu messen, odervielmehr zu zählen, und gegenwärtig ganz außer Ge-brauch. Die Wasseruhr, welche die Zeit durch allmäh-lige Entleerung eines großen mit Wasser gefüllten Ge-fäßes aus einer Oeffnung von bestimmter Größe mißt,ist beträchtlicher Genauigkeit fähig, und besaß, vor derErfindung der Pendeluhren und Chronometer, alleindas Vertrauen der Astronomen. Gegenwärtig hat mansie auch aufgegeben, wegen der größern Bequemlichkeitund Genauigkeit der letztem Instrumente; und nur ineinem einzigen Falle ist die Anwendung derselben vonneuem vorgeschlagen worden, nämlich, um durch dasAusstießen von Quecksilber aus einer kleinen Oeffnungim Boden eines, bis zu ciuer bestimmten Höhe be-ständig voll gehaltenen, Gefäßes sehr kleine Zeittheilegenau abzumessen. Der Ausfluß des Quecksilbers wirbin dem Momente des Eintritts eines Ereignisses abge-sperrt , und dagegen in einen seitwärts befindlichen Re-cipienten so lange geleitet, bis der Moment eines an-dern zu notirenden Ereignisses eintritt, wo die Absper-rung alsdann plötzlich aufgehoben wird, das Quecksilberfolglich wieder seinen ursprünglichen Lauf erhält, undaufhört, in den Recipienten zu stießen. Das Gewichtdes aufgefangenen Quecksilbers, verglichen mit demGewichte, welches in einem an der Pendeluhr beobach-teten Zeitraum aufgefangen worden ist, giebt den Zeit-unterschied der beobachteten Ereignisse. Diese sinnreicheund einfache Art, ein Problem, über welches in derneuern Zeit viele Erörterungen stattgefunden haben, mitaller möglichen Schärfe zu lösen, verdanken wir deinCapitän Kater.
123) Die Pendeluhr und die Spindeluhr, mit den-jenigen Verbesserungen und Verfeinerungen in ihremBaue, wodurch sie eigentlich zu Chronometern*)werden, sind indessen die Instrumente, auf welche derAstronom seine Kenntnisse des Verlaufes der Zeit grün-
die Zeit; messen.