Druckschrift 
Die Lehren der Astronomie
Seite
66
Einzelbild herunterladen
 

Astronomie. Cap. II.

Instrumente, wie symmetrisch sie auch gebaut seyn mö-gen, wird immer ungleichmäßig unterstützt werden, daes unmöglich ist, die unterstützende Kraft an jedemTheile besonders anzubringen, lind selbst, wenn die-ses geschehen könnte, so muß doch jedenfalls eine ge-wisse Kraft angewendet werden, um die Instrumentezu bewegen und zu befestigen, was nie geschehen kann,ohne temporäre, ja vielleicht gar permanente Verände-rungen der Form hervorzubringen. Zwar hat man da-durch , daß man die Theilung solcher Kreise von ihreneigenen Mittelpunkten aus und an denselben Plätzenveranstaltet, die sie für immer behalten sollen, und nochdurch tausend andere sinnreiche und feine Erfindungen,in diesem Theile der Kunst beinahe Wunder vollbracht,und nicht allein wirklichen Meisterstucken, sondernauch zu gewöhnlichem Gebrauche bestimmten Instrumen-ten von mäßigen Preisen und Dimensionen einen Gradder Vollendung gegeben, der, alles in Anschlag ge-bracht, in der That Erstaunen erregen muß. Aberwenn wir auch berechtigt sind, aus den Händen wissen-schaftlicher Künstler b e w u n d e rn sw e rthe Werkezu erwarten, so können wir doch keine wirklichenWunder von ihnen verlangen. Die Anforderungendes Astronomen werden immer das Vermögen des Künst-lers überschreiten, und es muß deshalb daS «trebendes ersteren beständig darauf gerichtet seyn, sich vonden Mängeln jeder Arbeit, die letzterer ihm liefernkann, so viel als möglich unabhängig zu machen. Ermuß folglich dahin trachten, seine Beobachtungen so zucombiniren, günstige Umstände so zu wählen, und sichmit allen Ursachen, welche irgend eine Veränderung imInstrumente hervorbringen könnten, und mit allen Ei-genthümlichkeiten der Structur und des Materials einesjeden Instrumentes, welches er besitzt, so vertraut zumachen, daß er durch ihre Fehler nickt irre geleitetwerden kann, sondern im Stande ist, aus ihren Indi-kationen, so weit es möglich ist, alles Richtige her-auszuziehen und das Irrige zu verwerfen. Darin ebenbesteht die Kunst des practischen Astronomen, eineKunst, die an und für sich von zarter und verwickelter