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Astronomie.
Cap. II.
wünschcnswerth, daß der Leser mit den Hcmptmittelnbekannt werde, welche die Astronomen besitzen, um mitdemjenigen Grade von Genauigkeit, den ihre Theorieenerheischen, die Data zu bestimmen, auf welche sie ibreFolgerungen gründen, d. h. mit andern Worten, durchMessung die scheinbaren und wirklichen Großen auszu-mitteln, mit welchen sie sich beschäftigen. Nur wenner sich im Besitze dieser Kenntniße befindet, kaun ervollkommen entweder die Wahrheit der Theorieen selbst,oder den Grad,des Vertrauens ermessen, welches man,vor näherer Prüfung, auf irgend eine ihrer Folgerun-gen setzen darf; denn nur, wenn er weiß, welchen Be-trag eines Fehlers man zuverlässig bemerken und scharfmessen kann, ist er im Stande, sich zu überzeugen, obeine Theorie in ihre» numerischen Ergebnissen eine sogenaue Annäherung an die wirklichen Erscheinungen ge-währt , daß er berechtigt ist, sie als eine wahrhafteDarstellung der Natur anzunehmen.
1V3) Die Verfertigung der astronomischen Instru-mente kann man mit Recht, unter den mechanischenKünsten, als die am höchsten verseinerte und als die-jenige betrachten, in welcher die größte Annäherungan geometrische Genauigkeit erfordert wird, und auchwirklich erreicht worden ist. Wer mit den erforderli-chen Subtilitäteu nicht bekannt ist, kann es zwar fürleicht halten, einen Kreis aus Metall zu drehen, seinePeripherie in 36t) gleiche Theile und diese wieder inkleinere Unterabtheilunge» zu theilen, ihn genau zu cen-triren, und für eine gegebene Stellung scharf zu berich-tigen ; aber in der Praxis findet es sich, daß dieseseine der schwierigsten Aufgaben ist. Dieses wird auchkeinen befremden, sobald man in Erwägung zieht, daß,in Folge der Anwendung der Fernrohre für die Zweckeder Winkelmessung, jede Unvollkommenheit der Struc-tur, oder der Theilung, durch die ganze optische Krafteines solchen Instrumentes vergrößert wird; und daßauf diese Weise nicht allein directe Fehler der Ausfüh-rung , welche von Unsicherheit der Hand oder von un-vollkommenen Werkzeugen herrühren, sondern auch die-jenigen Ungenauigkeiten, die aus viel weniger zu ver-