C.ip- I. Strahlenbrechung. 25
gestattet nicht die Einführung von Tafeln, und wirmüßen uns deshalb bier und in ähnlichen Fällen be-gnügen, den Leser auf Werke zu verweisen, welche ei-gends dazu bestimmt sind, diese nüyliche Hülfe für dieRechnung zu gewähren. Es ist indessen zu wünschen,daß der Leser folgende allgemeine Begriffe über denBetrag der Strablenbrechung und das Gesetz der Ver-änderung derselben im Gedächtnisse behalte.
43) 1. Jin Zenith findet keine Strahlenbrechungstatt; ein Himmelskörper, welcher senkrecht über unsermScheitel steht, wird, als ob keine Atmosphäre vorhan-ren wäre, in seiner wahren Richtung erblickt.
2. Vom Zenith bis zum Horizonte herab nimmtdie Strahlenbrechung beständig zu; Himmelskörper amHorizonte erscheinen in Folge der Strahlenbrechung hö-her über ihrem eigentlichen Drte, als diejenigen, die ingroßer Höhe über dem Horizonte stehen.
3. Das Verhältniß der Zunahme der Strah-lenbrechung ist ziemlich nahe der Tangente des scheinba-ren Winkelabstandes des Himmelskörpers vom Zenithproportional. Aber diese Regel, die bei mäßigen Ze-nith a b st ände n nicht sehr von der Wahrheit abweicht,hört in der Nähe des Horizontes, wo das Gesetz derZunahme in seinem Ausdrucke viel complicirter wird,auf, richtige Resultate zu geben.
4. Der mittlere Betrag der Refraction für einenHimmelskörper gerade in der Mitte zwischen Zenith undHorizont, oder in einer scheinbaren Höhe von 45°, istungefähr 1' (genauer 57"), eine Quantität, welche fürsunbewaffnete Auge kaum bemerkbar ist; aber am schein-baren Horizonte beträgt sie nicht weniger, als 33',was etwas mehr, als der größte scheinbare Durchmes-ser der Sonne, oder des Mondes ist. Daraus folgt,daß, wenn wir den untern Rand der Sonne, oder desMondes scheinbar gerade auf dem Horizonte ruhenderblicken, die ganze Scheibe wirklich unter demselbensich befindet, und ganz außer unserm Gesichtskreise lie-gen, und durch die Convexitat der Erde, ohne die Beu-gung , welche die Lichtstrahlen um letztere herum auf