Felix in Lütticli und Cöln.
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meiner Reise; ich kriege alle Jahr zwei Dutzend Flaschen vondieser Wittwe — das will was sagen! Wieso? Das erkläreich Dir mündlich. Abends war ich wieder in Cöln, andern Tagsin Lüttich; von den Orbans hat Cücile gewiss Alles geschrie-ben; auch von dem Fackelzug mit meiner Meeresstille, undmit dem deutschen Lied: „0 Belgique!" —
Dass ich nicht dirigirte, geht sehr natürlich zu: ich kameine Viertelstunde vor der Generalprobe an und hatte niedaran gedacht, dort auch wieder Takt zu schlagen, nunstürmten sie Alle zwar sehr auf mich ein, aber ich war zumZuhören gekommen und blieb meinem Plane treu. Zudemwaren die Mittel, die ihnen die Bischöfe zugestanden hatten,höchst mangelhaft, und damit wäre auch in der einen Probegar nichts zu machen gewesen. Statt dessen habe ich michbeim Zuhören sein' gut amüsirt und kann mir jetzt doch ganzgenau vorstellen, wie mein Lauda Sion bei guter Aufführungklingen müsste. Einiges daraus hätte Dir gefallen, glaub' ich,und ich freue mich darauf, es Dir vorzuspielen. Auf der Rück-reise war Diner in Düren bei Wergifosse, und Frau Iven sangLieder vor Abgang der Eisenbahn. Wenn da Dirichlet's dieOhren nicht geklungen haben, dann bekommen sie nie Ohren-klingen. Abends war in Cöln die erste Probe auf dem Gürzenich,wo ich meinen Schiller'schen Festgesang zum ersten Mal hörteund dirigirte. Er klingt recht flott. Andern Tages kamendie Zweitausend an. Wie das klingt ? Nicht schärfer stark,als jeder andere Chor (und darüber wundern die Leute sichimmer), aber an dem gewissen Schwirren und Sausen merktes jedes geübte Ohr — gerade so wie dreissig Geigen nichtgerade stärker als zehn, aber anders, eindringlicher, massen-hafter klingen. Ich habe grosse Freude gehabt. Und Seydlitzen's(die Tochter und Wittwe von Verkenius, Du weisst doch), wo ichwohnte, waren gar zu lieb und freundlich. Und dann machtemir's auch einen sehr tiefen, freudigen Eindruck, dass die Leutein Deutschland mir so viel Ehre anthaten und mir so vielFreundlichkeit erwiesen; wo ich mich nur sehen liess, fast inden ganzen drei Wochen, aber am meisten während dieserKölner Tage, waren sie lustig und jubelten, und wie die grosse