R. y . Keudell.
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benimmt er sich gegen uns aufs Liebenswürdigste; unterAnderm kann man nicht mit mehr Verständniss Musik hören,als er. Ein anderer, sehr angenehmer Umgang für die Musikist Herr von Keudell*), der so Musik hört, wie ich es seitGounod und Dugasseau nicht wieder gefunden habe, und dabeivortrefflich spielt, überhaupt ein sehr lebhafter und liebenswür-diger Mensch. Behl-, Borcliardt und andere junge Leute machenunsern Kreis jetzt frischer und angenehmer, als er langewar. —" **)
R. v. Keudell war um diese Zeit bei Hensels eingeführtworden und gehörte bald zu den intimsten Hausfreunden undes verging selten ein Tag, wo er nicht auf ein Stündchen vor-sprach, etwas musicirte, oder den Abend bei ihnen zubrachte.Auf Fanny Hensel wirkte dieser tüchtige Musiker sehr an-regend. „Keudell", schreibt sie Ende Juli 1846, „erhält mich,was das Musikmachen anbetrifft, sehr in Athem und in be-ständiger Thätigkeit, wie früher Gounod. Er sieht mitäusserstem Interesse, was ich irgend Neues schreibe und machtmich aufmerksam, wenn irgendwo etwas fehlt und in der Regelhat er Recht!" Es befiel ihn eine ernste Krankheit, währendderen er die beste Pflege durch Hensels hatte. Am Schlussseiner Krankheit bemerkt Fanny im Tagebuch: „Ich kannwohl sagen, ich habe ihn sehr vermisst, sein musikalischerUmgang hat mir an allen Ecken und Enden gefehlt. Mankann kein wohlwollenderer und zugleich strengerer, aufmerk-samerer Kritiker sein, er hat mir stets die allerbesten Ratli-schläge gegeben. —"
Sein Zureden war auch wohl für sie bestimmend bei demEntscliluss, der jetzt zur Ausführung kam, Mehreres heraus-zugeben. Schon in viel früherer Zeit war wiederholt davondie Rede, wie Theil II. Seite 37 erwähnt wurde. Jetzt machtenihr zwei konkurrirende Berliner Verleg'er so glänzende Aner-
*) Der jetzige Botschafter in Rom,
**/ Eine andre Epoche machende musikalische Erscheinung indieser Zeit war Jenny Lind, die häufig das Henselsche Haus be-suchte und namentlich mit Felixens sehr befreundet war.