Klingemanns Verlobung.
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gelernt (wo er sie auch kennen lernte) und weiss daher, dassdie Partie ganz trefflich und passend ist; sie hat ganz dasStill-Liebenswürdige ihres verstorbenen Bruders, ist auch sobescheiden und doch tief- und wahrfühlend, durch und durchgebildet und dabei sehr hübsch und angenehm; sie trägt blonde,glatte Scheitel, hat ganz was man ein echt deutsches Gesichtnennt, rund, blauäugig — da habt Ihr einen wahren Steckbrief.Als Klingemann seine Winterreise machte, kam er durch Det-mold, da hat er sie wiedergesehn und sich Mancherlei überlegt,aber keine Andeutung, kein Wort gesprochen; jetzt von Eng-land aus hat er geschrieben, und nun ist Kimgemann verlobt!Mir macht die Sache ein ganz unglaubliches Behagen.
Jetzt ist der 12te geworden und Dein lieber Brief mitdem von Fanny gekommen, da steht überall zwischen denZeilen, dass Du wieder munter und gesund bist. Gott sei Lobund Dank dafür! Sympathie giebt es offenbar in der Welt,denn seit vier Wochen sprechen die Kinder von gar nichts alsvon Rumpelstilzchen, und nun fängt Dein Brief gar damit an! —Eben habe ich eine Stunde Klavier geübt, weil ich morgenin einem Konzert für die Ueberschwemmten privatim Beetlioven'sC-dur-Sonate im Cäcilien-Verein spiele. Wir haben jetzt aucheine Frühlingsluft und ein Grünen und Veilchenblühen, das denganzen Menschen um und um kehrt; das grosse Wasser waraber erschrecklich; ein grosses Stück Brückenpfeiler liegt jetztnoch im Main, und ich habe dem Senat sagen lassen, er möchtees doch bis zum Juli liegen lassen, es würde Euch interessiren.Der Senat antwortete sehr höflich: es würde ohnehin geschehensehr, also um so mehr. Schoten, die mir zu tlieuer sind, habenwir hier auch, das ist keine Kunst. Aber wohlfeile! Das istja der ganze Reiz des Frühlings! Also nun kommt Dirichletschon? Wir erwarten ihn nicht wenig, das kannst Du wohldenken!" —
Felix an Fanny.
Frankfurt, d. 20sten April 1845.
„Liebe Fanny!
Dieser Brief soll an Dich sein, aber er muss doch gleich