Berliner Politik. Römische Ausflüge.
303
herausgegeben, seine Vorlesungen über die englische Revolution.Der ist wenigstens bis jetzt nicht aus der Rolle gefallen,wahrscheinlich weil er keine spielt. Glasbrenner hat wiedereinen brillanten Guckkasten für 1844 geschrieben, u. A. dieStelle: „Hier sehen Sie die grosse Ordensvertheilung — dummeJungens, drängelt euch nich so!" hat mir sehr gefallen inTendenz und Styl."
Rebecka an Fanny.
Rom, den lsten Mai.
(Mit einer Vignette.) „Wenn das nicht melancholisch ist,die zerbrochene Tasso-Eiche mit untergehender Sonne, so ver-stehe ich mich nicht auf Melancholie. Drum ist es auch derletzte Brief aus Rom. Am Sonntag geht's unwiderruflich fortper Vetturin nach Neapel, die Spitzbuben sind gefangen undwerden gehangen, und die Strasse ist daher sicherer als je.Jetzt bin ich so weit, die Reise beinahe zu bereuen, man hatschon bittersiisse Erinnerungen genug, ohne sie aufzusuchen,warum ladet man sich einen ganzen Pack Sehnsucht so mutli-willig noch dazu auf! Basta! Dein Stück „Ponte molle"drückt alle die infamen Gefühle aus, die ich Dir nachfühle,und die Andern lachen einen so lange darüber aus, bis sie esselbst gelernt haben.
Wir haben wieder einige Tage erlebt, wie sie eben nurin Rom möglich sind, einen in Albano, mit einem Wetter, dasder liebe Gott selbst in Italien nicht oft herauskriegt. Dies-mal haben wir nicht zusammengesprochen und das Albaner-gebirg ganz anders eingerichtet, Bouletten aparte und Haareaparte, erst einen Tag, wie Du weisst, für Frascati und Grottaferrata; dann Dienstag vor acht Tagen Albano, um den Seeherum, auf den Monte Cavo, oben gefrühstückt, nach demNemi-See herunter und über Nemi, Genzano, Aricia nach Al-bano zurück. Ich habe mich aber weniger lieldenmiithig be-nommen, wie Du, denn schon beim Herunterreiten vcm MonteCavo könnt' icli's nicht mehr aushalten und ging zu Fuss vonNemi nach Genzano, wo mich Borchardt mit einem corricolo