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Reise- und Heimathbriefe.
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in der Leipzigerstrasse, — mit Mistbeetsclieiben in Blei gefasst,die vielleicht seit Andreas Doria nicht geputzt worden, vierkahle schmutzige Wände und hoch über der Thür eine Copievon der Himmelfahrt von Tizian. Die andern Zimmer in ähn-lichem Geschmack. Zu Mittag Hummer und Seefische. Vonder Stadt zum Meer führt ein kleiner Garten mit Alleen vonOleander- und Orangenbäumen, durch Rosengehänge verbunden.Nach Tische wollten wir spazieren gehen, ein Schifferjungeberedete oder vielmehr zwang uns, auf dem Golf spazieren zufahren und amiisirte uns königlich durch seine Narrenspossen.Ueberhaupt, welch' ein Aitfwand von Witz, Betrug, schönenAugen und Redensarten hier gemacht wird, um noch ein paarPfennige mehr zu bekommen, das weiss auch nur, wer's gesehnhat. Am andern Tag fuhren wir, auch zu Kahn, nach PortoVenere, das liegt im Meere drin, wie in der Tausend undEinen Nacht, oder, was gleichbedeutend ist, nach allen Bildernähnlich wie Amalfi. Gegenüber Porto Venere liegt eine InselPalmaria, ein Felsen mit Wein, Pinien, Oelbäumen, nur vonFischern bewohnt, da hat in einem ganz einsamen Hause eineenglische Familie zehn Jahre lang Sommer und Wintergewohnt. Auch Lord Byron hat lange am Golf gelebt.Napoleon ist dort der Mann des Volks; was der gesagt, pro-jektirt, angefangen hat, weiss und erzählt Alt und Jung, mae morto , sagen sie. — In unserm Wirthshaus hatte eindeutscher Prinz die Zimmer nach der See inne; den nanntensie den Principe di Ups ; er ist der Erbprinz von der Lippe,der wie der alte Gans incognito reist, unter dem NamenSchwanthaler. — Leider wurde ich auf der Rückfahrt vonPorto Venere beim ruhigsten Meere seekrank, doch brachtenmich zwei Stunden Schlaf dann wieder soweit auf die Beine,dass ich mich Nachmittags auf dieselben machen und einenBerg hinter la Spezia erklettern konnte, wo wir den Abenderwarteten; zwar nicht auf deutschem Rasen sitzend, aberdafür hatte ich einen Strauss von Lorbeer mit Früchten, derfeinsten Erica und blühenden Myrthen von den Heckengepflückt und der Golf lag zu unsern Füssen. Leider bliebenwir nur anderthalb Tage da. Carrara war noch ein Glanz-