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2 (1880) 1835 - 1847
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Gounod in Berlin.

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richtig von ganz Berlin nichts gesehn, als unser Haus, unsernGarten und unsere Familie, und nichts gehört, als was ichihm vorgespielt habe, so sehr wir ihn auch aufgefordert haben,sich umzusehn. Die Tage vergingen wirklich sehr angenehmmit ihm; wir haben ihn seit Rom sehr entwickelt gefunden,er ist überaus begabt, von einer musikalischen Auffassung,einer Schärfe und Richtigkeit des Urtheils, die kaum weitergehen können, dabei von dem feinsten und weichsten Gefühl.Diese lebhafte Auffassung ist ihm auch über die Musik hinauseigen, so dass ich ihn z. B. nicht ohne wahres Vergnügenkonnte deutsch lesen hören, und mich wundern musste überdas Talent, womit er das Wesen der Sprache sich zu eigenzu machen wusste. So hat er einige Scenen aus Antigonegelesen und zu meiner grossen Verwunderung verstanden.Was mich nun auch eben nicht gegen ihn einnimmt, ist diewahre Liebe und Verehrung, die er für uns hat und durchseine Reise nach Berlin wirklich thätig bewiesen, da er sieeinzig und allein unternommen, um uns zu besuchen. SeineAnwesenheit war mir eine sehr lebhafte musikalische An-regung, da ich erstlich sehr viel gespielt und sehr viel überMusik mit ihm gesprochen habe während der manchen Nach-mittagsstunden , die ich mit ihm allein zubrachte, da ergewöhnlich von Mittag ab bei uns blieb. Wir haben auchüber seine Zukunft Manches gesprochen, und ich glaube nichtgeirrt zu haben, indem ich ihm das Oratorium als die nächstemusikalische Zukunft Frankreichs dargestellt habe; er ist auchso wohl darauf eingegangen, dass er sich hier schon sehrernstlich mit dem Texte beschäftigt hat; er will Judith wählen.Kurz, er hat uns in jeder Hinsicht vollkommenes Vertrauenbewiesen, und so war die überaus freundliche Aufnahme, dieer bei uns und, wie ich mit Dank anerkenne, auch bei denGeschwistern gefunden, eine durchaus verdiente. Er hat auchallgemein gefallen."

Im Juli 1843 machte sich nun Rebecka mit ihren beidenKnaben Walter und Ernst zu der grossen lange geplantenitaliänischen Reise auf, vorerst nach Freiburg im Breisgau ?wo Woringen sich etablirt hatte, und nach Badenweiler, um

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