1842—1843.
durchaus im Sinn der damaligen mündlichen Unterredung undganz seinen Wünschen gemäss sehr klar und zweckmässigahgefassten Kabinetsordre, die offenbar unter Massow's Einflussund mit dem Willen, die Sache wirklich und wahrhaftig in'sWerk zu setzen, die Specialien regelte. Es ergab sich denn auchdaraus, dass eigentlich gar keine erheblichefi Schwierigkeitenobwalteten und dass bei wirklich ernsten Absichten Allesziemlich leicht zu machen war. Zugleich schrieb Massow undforderte Mendelssohn auf, zu den mündlichen Schlussbe-sprechungen einen oder zwei Tage nach Berlin zu kommen.Dieser bestimmte den 17 ten December zur Heise und nahmsich vor, eine Woche dort zu bleiben. Ein grosses Unglück,das schnell und ganz unerwartet die Familie traf, rief ilmnoch früher dahin.
Lea war die ganze letzte Zeit ausserordentlich wohl, sehrheiter und fröhlich gewesen. Noch niemals hatte sie so eifrigwie diesmal die Besorgung ihrer Weihnachtsangelegenheitenbetrieben, und wer sie so ruhig einen Tag wie den anderen ihrgewohntes Leben führen sah, immer gleiclimässig, immer guterLaune, dem konnte kein Gedanke einer nahen Gefahr beifallen,der musste das Ende dieses Lebens noch für sehr fern halten.Sonntag den 11 ten Decbr. hatte sie die Nichten von Yarnliagen,Frl. Assings, zu Tisch, nebst der Familie, welche immer Sonntagsbei ihr vereinigt war und Woringen's, die eigentlich voll-kommen zur Familie zählten; man war sehr heiter, sie freutesich und lachte herzlich und legte im Laufe des Gesprächsauf AVoringen's für die nächsten zehn Jahre zu WeihnachtenBeschlag.
Abends war ihr Salon mit einer ausnahmsweise zahlreichenGesellschaft gefüllt. Mitten im lebhaftesten Gespräch wurdesie unwohl und musste zu Bett gebracht werden. —
Nach einiger Zeit schlief sie ein, anscheinend ganz ruhig,in ihrer gewöhnlichen Lage, mit warmen Händen, und dieKinder konnten den Gedanken nicht fassen, dass sie wirklicham Sterbebette der Mutter ständen; so dauerte es bis gegenhalb zehn am Montag den 12ten December, dann kam einkurzer, leichter Kampf, und es war vorbei. —