Nibelungen-Plan.
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welche zur Komposition des Göthe'sclien Liedes führte. Auchan Felix schrieb Fanny bald einen sehr vergnügten Brief, unddie Antwort desselben*) spricht als Wunsch aus, sie möchte„in ihrem Innern so recht reisefroh bleiben, während sie inder Heimath ruhig fortlebt."
Häuslich und im Familienkreise waren Hensels bald ein-gelebt, und doch traten sie in eine durchaus veränderte Welt;im Allgemeinen war ein grosser Wechsel eingetreten;Friedrich Wilhelm III. war gestorben, und der Vierte anseine Stelle getreten, die politische Bewegung hatte angefangenund spielt fortan in allen Aufzeichnungen Fanny's eine hervor-ragende Eolle.
Fanny an Felix (theilweis).
Berlin, den 5ten Decbr. 40.
„— — Dass Du die Idee der Nibelungen so lebhaft auf-genommen, freut mich herzlich. Wie ich höre, hast Du Direine Raupacli'sche Bearbeitung kommen lassen, bist also indiesem Augenblick wahrscheinlich weiter mit Deinem Plan alsich es jemals war, ich hatte mir wohl überhaupt mehr dieCharaktere und die ganze Situation als eine bestimmte Scenen-folge lebhaft gedacht. Die grösste Schwierigkeit möchte imSchluss liegen; denn mit der gewaltigen Metzelei kann mandoch keine Oper enden und wie sonst? — Die Versenkungdes Nibelungenhorts geht so zu: Nachdem Hagen den Sieg-fried ermordet, sieht er mit Neid Chriemhilden's grosse Schätze,die sie, wenn ich nicht irre, aus Nibelungenland kommen lässt,und in der Furcht, sie möchte sich Freunde und Rächer da-mit erkaufen, nimmt er sie ihr und versenkt sie in den Rhein.Ich bitte Dich, lass mich doch von Zeit zu Zeit wissen, wiees damit steht, ob der Plan vorrückt. Ferner bitte ich Dich,mir zu schreiben, ob Ihr irgend etwas Erbauliches und Be-schauliches für Eure Quartettsoireen habt, das ich für meineSonntagsmusiken brauchen könnte, die ich nächste Woche an-zufangen denke.
*) Felix'sche Briefe. Leipzig, 24. Oktober 40.
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