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Italien.
Kennst Du denn Verludst? Das ist was für Dich, wenn Dukommst. Nun also, liehe Fanny, wann' dürfen wir Dicherwarten? Bleibt recht lange, denn auf einer so grossenReise, wo die Tage mit Scheffeln gemessen werden, da mussman nicht bei uns damit geizen.
Ich schreibe des Morgens früh und in Eile, weil ich sonstam Tage schwerlich Zeit dazu gefunden hätte. WederSchleinitz noch David, noch sonst einen Leipziger habe ichbis jetzt gesprochen, also kannst Du Dir denken, wievieltausend Geschichten und Gespräche nachzuholen sind: ganzEngland mit David und ganz Sachsen mit Schleinitz. Erkun-dige Dich doch einmal, wer Herr Julius Stern in Berlin ist,von dem ich gestern bei der Ankunft ein Liederheft mit einerfreundlichen Zuschrift bekommen habe. Die Lieder scheinennach einem flüchtigen Blick Talent zu zeigen, ich habe abersonst noch nichts von ihm gehört oder gesehen.
Wir haben gestern zusammengerechnet, dass wir auf derganzen Reiseroute auf jeder Station etwas gegessen haben,mit Ausnahme von Neuhof und Marksuhl, wo allerdings aberauch nichts zu haben war. Nimm dazu eine Wurst und Brodund Wehl und Süssigkeiten, die uns von Frankfurt aus in dieWagentaschen gepackt waren, und Du kannst denken, dasswir eben nicht Hunger gelitten haben. Auch haben wir viervolle Tage gebraucht; denn gestern hatten wir in Weimargeschlafen; aber dafür war der Kieme musterhaft artig imWagen und hat auf der ganzen Tour nur einen Klapsbekommen, worauf er schrecklich schrie und einschlief undmich beim Aufwachen so lieb hatte, als wär' ichs nichtgewesen, oder er nicht. Nun, Gott sei Dank, wir sind glück-lich da, ich bin sehr froh. Auf baldiges frohes Wiedersehn,liebe Fanny."
Hensels befanden sich so wohl in der Leipziger behag-lichen Häuslichkeit, wo sie acht Tage verweilten, dass Fannydie „Reise" immer erst von Leipzig ab rechnete. Die grosseBefriedigung, die Felix sowohl in seiner Stellung als auch üisemen vier Pfählen fühlte, trieb ihn zu regem Schaffen derverschiedensten Art. Der 95. und 114. Psalm, die Ruy Blas-